Geballte Kompetenz II

Ja, ich war dann tatsächlich letzten Samstag an der Unibibliothek – obwohl die Fahrstühle außer Betrieb waren und ich das ja immer dank das UB-Blogs wusste. Ich hatte 3 Bücher bereits vorbestellt die nur abgeholt werden mussten und wollte eigentlich noch 2 weitere ausleihen. Das Ende der Hausarbeit steht schließlich am 30. an.

Ich bin also hingefahren in dem Glauben das es ja nicht so schwierig sein kann mir zumindest die vorbestellten Bücher vor die Tür zu bringen, schließlich klappt das auch umgekehrt wenn ich Bücher abgebe und einer der dort arbeitenden HiWis sagte auch schon mal „ach hätte ich gewusst das du nur was abholen willst hätte ich es dir einfach gebracht“.

Zuerst das Gute: Die Busrampe funktionierte 🙂
Und ich habe tatsächlich die Eingangstür von dem verlegten Eingang gefunden. Außen war sogar eine Klingel montiert, stand „Lesesaal“ drauf (wie auch am alten Eingang). Okay, es war ein bisschen ungünstig das es an der Stelle bergauf geht und direkt vor der Klingel ein Halteverbotsschild stand… die Klingel war auch ziemlich hoch angebracht, aber das ging ja wahrscheinlich nicht anders.
Vorweg noch eine Anmerkung: Die Straße die unmittelbar vor der Eingangstür verläuft hat relativ hohes Verkehrsaufkommen, alle 5 Min ein Bus, immer wieder Autos und auch LKW von der Renovierung der Uni (Gebäude auf der anderen Straßenseite), es ist also relativ laut dort.

Ich stelle den Rollstuhl so das er nicht rutscht und nicht zu sehr im Weg steht für die Passanten während ich mich nach der Klingel strecke – sogar erwischt 😉
Unimensch: Ja
ich: Ich muss in die Ausleihe
Unimensch: (sagt irgendwas was absolut nicht verständlich war)
Ein Bus fährt vorbei – dicht gefolgt von einem LKW …
Unimensch wieder weg von der Gegensprechanlage.
Ich glaube ja an das Gute und dachte er käme nun wohl nach unten weil er verstanden hat das ich a) was brauche und b) nicht sinnvoll mit ihm kommunizieren kann

Ich warte … und warte … sicher 5 Minuten … ich klingele nochmals (vorher gekuckt ob der Bus weg ist)
Unimensch: „ja?“
ich: ich muss immer noch in die Ausleihe
Unimensch: (sagt irgendwas was auf Grund der fehlenden Lautstärke der Gegensprechanlage unverständlich ist) … Aufzüge gehen nicht … (erneut unverständliches
ich: äh ja und was heißt das jetzt? Ich kann kein Buch abholen das ich brauche oder wie?
Unimensch: nein … (unverständliches)
ich: ich verstehe hier unten absolut nix
Unimensch: …. geht nicht …
ich (mittlerweile verärgert weil ich ihn nicht wirklich verstehe und so nicht richtig kommunizieren kann): heißt das jetzt Rollstuhlfahrer müssen draußen bleiben oder wie? Und meine Hausarbeit schreibt sich dann von alleine??
Unimensch: hängt den Hörer auf
(falls er noch etwas sagte habe ich davon keinen Ton verstanden – mittlerweile kamen ja auch wieder Busse)

Ich war – und bin es auch immer noch – verärgert, nicht weil der Aufzug außer Betrieb war, das war nur eine Kleinigkeit, sondern weil man sich überhaupt nicht bemühte mit mir zu kommunizieren und nicht bemüht war eine irgendwie geartete Lösung zu finden sondern mich einfach mit „geht nicht“ und unverständlichem vor der verschlossenen Tür stehen lässt.
Das gehört sich nicht im Umgang von Menschen, ganz egal ob ich nun Rollstuhlfahrer bin oder Läufer.
Ich kann weder was dafür das die Gegensprechanlage unverständlich leise ist, noch dafür das der Aufzug nicht geht oder dafür das der Lautsprecher der Klingel soweit oben ist das ich davon relativ weit entfernt bin. Ich erwarte aber das man mit mir auf Augenhöhe kommuniziert, so das ich auch tatsächlich kommunizieren kann.
Das ist so kein Service und mE eigentlich ein Unding.

Ich bin dann zum Haupteingang der Bibliothek, dort gibt es sowohl vor der Tür als auch innen drin viele Stufen, hab dann dort ein bisschen rumgestanden um dann jemanden ansprechen zu können der dort eh hineinging damit ich wenigstens die vorbestellten Bücher erhalten kann.
Der Begleiter der Dame die mir meine Bücher holte meinte dann im Gespräch noch zu mir das die HiWis ja ganz schön viel zu tun hätten in der UB … ja, das mag sein allerdings kann ich da weder etwas für noch kann ich etwas daran ändern und Läufer werden ja auch nicht vor die Tür gestellt wenn sie ihr Buch abholen wollen und vorbestellte Bücher rauszubringen dauert jetzt auch nicht länger als wenn sie mir die Tür aufschließen müssten um dann mit mir gemeinsam im Aufzug zu fahren (weil man dazu ja den Schlüssel brauchte bisher).

Diese Woche steht dann der 2. Anlauf an für die nicht vorbestellbaren Bücher – ich bin gespannt ob ich dort überhaupt dran komme und nicht sowieso jmd braucht der sie mir aus dem Regal nimmt bzw. sie dort sogar sucht weil sie zu weit oben stehen.

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Ein Kommentar

Eingeordnet unter Alltag, Ärger

Eine Antwort zu “Geballte Kompetenz II

  1. Wie lange musst du noch studieren? Wäre es für dich nicht vielleicht sinnvoll Studienassistenz zu beantragen? So für ein paar Stunden ein Mal die Woche oder so. Das ist ja echt nur nervig mit eurer UB, ich hätte da keine Lust drauf!

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