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2. Tag der Buchmesse, Donnerstag

Der Mobserv war gebucht, der Tagesplan sah folgendermaßen aus:
10:30 Uhr Ferdinand v. Schirach, ARD-Bühne
11:15 Uhr Sind wir nicht alle ein bisschen Ego v. Precht, Halle 4.1 B139
12 Uhr Flattr und die Buchbranche, Halle 4.0 D1352
13 Uhr Web 2.0 in der Buchbranche
(bei beiden Vorträgen war ich mir gar nicht sicher ob ich da als „Normalo“ reindurfte)
13-14 Uhr Sebastian Fitzek am Droemer Knaur Stand
13:30 Uhr Zoran Drvenkar „Du“, Halle 4.1 Q561
14 Uhr Lesung Studentenleben, Lesezelt
14:15 Uhr Twittagessen „Aubergine“
16 Uhr Lesung Oliver Rohrbeck, Halle 3.0 F365

Ein wunderbarer Tagesplan mit vielen Terminen de ich gerne sehen wollte.
Allerdings war mir beim Aufstehen morgens um 6 schon so übel, dass ich den Messetag kurzerhand strich und mich beim Mobserv via Mail abmeldete.
Als es mir später besser ging wäre ja das rechtzeitige Vormelden eher schwierig gewesen und so fiel der Messetag für mich ins Wasser 😦
Ich nutzte ihn dann um meinen Muskelkater mit meinem Heizkissen zu pflegen so dass er freitags wieder weg war.

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Fotos 1. Tag der Buchmesse, Mittwoch

So, weil der andere Beitrag ja so elend lang ist und ich ja immer noch nicht weiß wie man da so ne „weiterlesen“ Verlinkung hinbaut pack ich die paar Bilder einfach in einen extra Artikel.

Mein erstes Foto ist von dem Blauen Sofa und Roger Willemsen, da der ja schon sprach hatte ich natürlich keine Platzauswahl mehr und so stand ich anfangs noch recht gut in der 2. Reihe (zwar sehr schräges Blickfeld) und die Fotografen standen noch nicht direkt vor mir, später änderte sich das leider und ich sah nur noch Hinterteile oder mit Verrenkungen zwischen Beinen durch :/
Da war noch gute Sicht auf Roger Willemsen
Wer mich schon immer sehen wollte 😉 Die Pfeile markieren wo ihr mich findet *G*

Wie gesagt, die Sicht war nicht ganz so berauschend…

Als nächstes war ich an der ARD Fernsehbühne, dort war die Sicht dann so:

Dank den schrägen Tischbeinen, der Stufe und den dicht gestellten Hockern hat man als Rollstuhlfahrer von der Seite 0 Chance mal gut zu sehen…
Die Bühne kann man aber da vorne erahnen:

Und das war dann die mein Stellplatz als Till Brönner auf der Bühne war 😦

hübsch der Till hm? 😉

Mit ein bisschen mehr verrenken konnte ich dann immerhin Till tatsächlich mal sehen:


Lange hielt ich die Verrenkungen dann aber nicht durch, es tat weh – also weiter Kamera und Rücken angekuckt (und gegen Ende setzte sich dann auch noch eine Frau auf einen bisher freien Hocker und ich konnte eh nix mehr sehen).

Danach gabs den Beinahezusammenstoß mit Glööckler, den hab ich dann auch noch geknipst

Und dann begegnete ich dem wahrgewordenen Traum – das Regal von Droemer Knaur, allerdings zeigt das Bild nur 1 Teil davon (eigentlich besteht es aus 2 solch halbrunden Riesenteilen) und geht auch nach rechts noch etwas weiter.


Hier nochmal ein Bild mit beiden Regalen, beide sind innen und außen mit verschiedenen Büchern bestückt

Das Bild der beiden Regale ist vom Rowohlt Stand aus gemacht und dort sah ich auch noch Sascha Lobo
(Bild ist mit dem Handy gemacht, fand ich irgendwie passender fürs Web 2.0 *fg*)

Und der letzte Termin war dann wieder Till Brönner, diesmal bei der FAZ, da saß ich dann in der 1. Reihe nd wollte Herrn Brönner nicht so direkt das Gesicht vollblitzen.

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Buchmesse 2010 – Mittwoch, 1. Tag

(Bilder kommen noch)
Dieses Jahr sollte sie anstehen, endlich, meine erste Buchmesse … seit Jahren schon stieß ich jedes Mal wenn ich wieder erst in den Nachrichten daran erinnert wurde einen lauten Schrei aus (sehr zum Leidwesen der dann Anwesenden) „aaaaaaaah Büüüüücher, ich will da hiiiin“.
Letztes Jahr war es fest eingeplant – und ich lag mit 40° Fieber in meinem Bett und schaffte es noch nicht einmal richtig dem Livestream des Blauen Sofas zu folgen.

Dieses Jahr stellte sich pünktlich zur Buchmesse ebenfalls wieder erhöhte Temperatur ein, die „ich bin total platt und will nur schlafen“ Phase konnte ich aber vor der Messe überwinden und so konnte ich am Mittwoch, nach einer Nacht mit wenig Schlaf (3 Stunden – ich war wohl doch zu aufgeregt) und fiebersenkenden Medis bewaffnet (man weiß ja nie ob man es braucht) in den Zug.
8:21 Uhr war Abfahrt, das hieß um 6 Uhr aufstehen denn ich musste ja erst noch um 7:28 in den Bus, um rechtzeitig 10 min vor Abfahrt auf dem Gleis zu sein, und es bedeutete, dass ich so gegen 10 Uhr auf der Messe ankommen sollte.

Natürlich bin ich erst mal sehr zielsicher mit dem falschen Aufzug zur S-bahn gefahren 😉 Also, wieder hoch und wieder runter und dann ab zur Messe.
Dort dann den Leuten auf der Rolltreppe nachgeschaut und ab zum Aufzug 🙂
Und dann stand ich, nach leichter Quälerei mit der Eingangstür – automatisch öffnende fallen wohl unter Luxus – im Gebäude und sah als erstes den Taschendurchsuchungstisch, also brav dort hin. Da ich keine Messer oder Waffen dabei hatte durfte ich dann weiter 😉 (liebe Kontrolleure, WENN ich sowas reinschmuggeln wollte dann sicher nicht in meinem Rucksack ehrlich gesagt).
Oben an der Wand war dann rechts ein kleines, grünes Rollstuhlsymbol also bin ich da mal hingefahren und stand vor einem verschlossenen Glastürchen. Der Mann in der Kassenkabine nebenan wirkte leicht überfordert als ich sagte „ich bin mal dem Symbol gefolgt und hoffe das ich hier richtig bin“ er suchte dann mit den Augen das Symbol und seinem Blick nach schien er es nicht zu sehen ;), dann schaute er ratlos auf grüne und rote Knöpfe vor sich und probierte dann mutig den grünen aus – tadaaa das Törchen öffnete sich und ich war drin 🙂

Dann folgte ich einfach der Masse, blind sollte man das nicht tun 😉 Ich erkannte die Rolltreppe immerhin noch rechtzeitig und konnte in Richtung Aufzug abbiegen *G*
Der Aufzug war der einzige auf dem Gelände der total alt aussah und komische Knackgeräusche von sich gab.
Wirklich doof war aber das es dort keinerlei Beschriftung gab, nur Knöpfe mit „0“, „1“ und „2“ und ich wusste gar nicht in welchem Stock ich eigentlich gerade bin. Also drückte ich auf „0“ und landete draußen und vor irgendeiner Halle in die ich einfach mal rein bin … es war eine Halle mit ausländischen Verlagen und es waren wohl nordische Verlage oder so.
Dort bin ich relativ zügig wieder raus 😉 und dachte etwas ernüchtert „das ist also diese Messe auf die du seit Jahren hinfieberst … nunja … sieht leer aus und du verstehst kein Wort“.
Dann ging es außen an der Halle vorbei, eine leichte Steigung hoch und ich sah etwas neidisch den nicht barrierefreien Messebussen hinterher …
Dann bin ich sehr spontan in Halle 4.1 abgebogen und dort hatte der Termin mit dem argentinischen Autor Ariel Magnus und seinem Buch „Der Chinese auf dem Fahrrad“ noch nicht begonnen und ich war zu hibbelig um dort zu stehen und zu warten 😉 also weiter durch die Halle in der Büüücher waren und POSTKARTEN – verdammt, auf Lesezeichen war ich vorbereitet und hatte versucht den Lesezeichensammler in mir zu zügeln, aber niemand hatte mich vor Postkarten gewarnt …. ächz … und dann waren es auch noch Karten mit der Maus aus „Die Sendung mit der Maus“ und noch vom Maulwurf und Petzi und andern tollen Kinderfiguren, so wie auch wirklich welche mit witzigen Motiven/Sprüchen … 10 Stk – 7,50€.
Ich war tapfer und bin unter Bezwingung des Kartenkaufteufelchens weiter – aber es war ja nicht der einzige Kartenstand …

Eigentlich sah mein Mittwochsplan so aus:
10:30 Chinese auf dem Fahrrad, Magnus, Halle 4.1 Q561
11:30 Blaue Sofa, Willemsen, Übergang 5/6
12:30 Till Brönner, ARD Fernsehbühne, Ebene 0 Forum
13 Uhr isländische Krimis, Halle 5.0
13:15 Analphabet liest, Halle 4.0
15:30 Grauzone Hirntod, Halle 3.1 E170
16 Uhr Till Brönner, Gespräch FAZ, Halle 3.1 D154
16 Uhr Sascha Lobo, Halle 3.1 D101 (da geht etwas länger als Brönner)
17 Uhr Leonie Swann, Autor am Stand, Goldmann, Halle 3.0 E109
und via Twitter dann schon auf der Messe aufgeschnappt
13:15 Leonie Swann, Garou, Halle 3.0 E111

Wie man sieht überschneidet sich einiges, das wollte ich mir so flexibel wie möglich halten denn ich habe ja kein Smartphone und kann deshalb mit meinem normalen Handy nur beschränkt ins Internet und der Messekatalog in gedruckter Form kostete 23€ – zu teuer nach meinem Empfinden.
Also musste alles sehr genau im Voraus geplant sein, denn sonst wäre ich rettungslos verloren gewesen.

Nachdem ich den 1. Termin also schon mal strich machte ich mich auf dem Weg zum „Blauen Sofa“ des ZDF, das muss man ja eh mal gesehen haben 😉 Außerdem wollte ich wissen wo es ist – die Gänge sind lang und mehr als antreiben kann ich meine Räder ja nicht.
Ich hab es auch gefunden, und stellte fest das Roger Willemsen da schon längst saß obwohl es noch vor 11 war – man hatte den Termin vorgezogen weil die Vorgängerin nicht kam – hmpf!
Das was ich noch hören konnte fand ich aber sehr interessant und unterhaltsam.
Sehen konnte ich nicht sehr viel – wenn nur unter merkwürdigen Verrenkungen (und das auch nicht all zu lange) – denn ich stand seitlich zum Sofa und die Presse erwies sich leider als ziemlich rücksichtslos und platzierte sich genau vor meinem Rollstuhl (nachdem er sich vorbeiquetschte und noch mit der Kamera am Griff hängen blieb).
Auffällig war auch, dass ich den Eindruck hatte der ZDF Kameramann filmte ab dem Zeitpunkt an dem ich da stand eigentlich nicht mehr in die Richtung, erst wieder als ich durch die Kameraleute total verdeckt war, alle anderen Richtungen wurden weiterhin gefilmt 😉
Hey ZDF – SO hässlich ist mein Rollstuhl nun auch nicht 😉
Roger Willemsen sprach über seine Reisen die er auch in seinem Buch „Die Enden der Welt“ beschreibt und er war wirklich sehr sympathisch und locker. Jetzt versteh ich warum @buchkolumne und @krimimimi33 ihn so toll finden 🙂

Laut Ansage sollte Roger Willemsen dann noch über Argentinien reden, die ja das diesjährige Gastland waren, und ich machte mich dann auf die Suche nach dem Forum um Till Brönner auf der ARD-Fernsehbühne zu lauschen. Ich finde ja die Stimme von Till Brönner total toll und hör ihn einfach gerne reden, daher war das ein „auf jeden Fall Pflichttermin“ 🙂
Ich folgte also den Schildern zum Forum und landete dann in irgendeinem Gang wo mir durch viele Schilder mitgeteilt wurde ich solle doch bitte die Rolltreppe nach unten nutzen um zum Forum zu kommen. Einen Aufzug sah ich nicht während ich langsam durch den Gang fuhr und auch ein Hinweisschild schien man für überflüssig zu halten, vielleicht waren die Schilder durch die Rolltreppenhinweisschilder schon aufgebraucht? 😉
Ich fuhr da 2mal hoch und runter und fand nix (der Gang hatte eine leichte Steigung), also sprach ich eine Zettelverteilerin an, die konnte mir aber außer „Tut mir leid weiß ich auch nicht und seh ich jetzt auch keinen Hinweis“ auch nix sagen.
Also ab zum Infotisch, Antwort „hmmm … (er kuckt den Gang hoch) da vorne irgendwo … wenn Sie da links fahren dann ist da einer … glaub ich“

Soso … er glaubt .. na fein … also wieder bis ans Ende des Ganges gefahren (die Steigung hoch), nach links abgebogen und vor Klos gestanden – immerhin konnte ich von oben auf die Fernsehbühne schauen aber leider nix hören. Aber siehe da – zwischen Glasfront und Wand der Klos ist ein schmaler Gang, langefahren und in einem Restaurant gestanden um dann hinter einer Tür einen relativ großen Vorraum zu sehen und dort einen Aufzug zu finden. Naja, Aufzug im Restaurant ist ja auch mal was neues …
Im Aufzug dann das nächste Problem, wieder keinerlei aussagekräftige Beschriftung nur solche Dinge wie „0, OF, 1, via“ 0 war der richtige Knopf, 0F führt eine halbe Ebene zu hoch und dann steht man vor Stufen.
Fährt man aus dem Aufzug raus steht man vor 3 Türen, alle weiß, eine vorne, links und rechts, einzige Beschriftung der einen „Brandschutztür“, aber da ich Gemurmel hörte hab ich die linke probiert und traf beim Öffnen (etwas schwergängig) fast den dahinterstehenden Securitytypen.

Die ARD-Fernsehbühne war dann leider nicht sonderlich barrierefrei gestaltet – sehr schade, eigentlich hätte ich das irgendwie erwartet.
Vor der Bühne war eine weiße, glatte Fläche die über eine Stufe zu erreichen war, auf der Fläche standen Sitzhocker für alle und Kameras, daher war es schwierig da einfach schwungvoll an der einen Stelle wo es ging hochzukommen, ich hatte Angst ich werf dann versehentlich die Kamera um oder so. Einfach dort davor stehen bleiben ging auch nicht weil man dann so seitlich stand dass man das Publikum sah aber keinen Gast.
Also bin ich hinter das Publikum gefahren, auch keine Lösung denn direkt vor der Stufe standen einige hohe Holztische mit so Barhockersitzdingern und zwischen den Tischen war kein Platz sich durchzuquetschen um auf die weiße Fläche zu kommen und sich durch die Hocker zu pflügen.
Also stand ich hinter allen (die im Sitzen immer noch meist größer sind als ich) und vor allem direkt hinter einer Kamera (denn die standen an den Stellen wo keine Tische waren) und dem Kameramann.
Mit einer auf Dauer schmerzhaften Verrenkung nach links konnte ich dann immerhin so lange bis sich eine Frau hinsetzte sogar Till Brönners Kopf sehen.
Liebe ARD, da könntet ihr echt etwas verbessern, so taugt das nix…

Das Gespräch mit Till Brönner über sein Buch „Talking Jazz“ war ganz nett, er sprach über seine musikalischen Vorbilder, kurz über X-Factor, über Brüche im Leben und über den Jazz.

Dann wieder in den Aufzug und beschlossen die Fernsehbühne nur noch wenn da was wirklich wichtiges ist aufzusuchen, es ist mir zu nervig nur Hintern und Köpfe zu sehen.
Im Aufzug dann wieder das heitere Ratespiel „welchen knopf muss ich drücken“ – 1 ist es nicht, via war der richtige …

Dann wieder in Halle 4.1 beim Eichbornverlag vorbei, denn das rote Sofa wolte ich mir ja auch ankucken 😉 Und dort entdeckte ich dann wunderschöne Postkarten zum mitnehmen, Highlight ganz klar die Postkarten zum Buch von Shrigley – die waren witzig und toll. Von allen Karten wanderte also eine in meinen Rucksack – ich bin ja nicht gierig – im Nachhinein ärgere ich mich das es nur 1 war, denn ich hab sie noch am selben Tag verschenkt und nun selbst keine Shrigleykarte mehr weil sie dann aus waren. Mittlerweile begegneten mir immer mehr Menschen die tolle Taschen rumtrugen, z.B. Plastiktaschen von Langenscheidt oder eine weiße mit dem Aufdruck „Eine Tasche voller Spannung“, mangels Netz musste ich mich aber darauf verlassen dass ich den Stand schon finden werde ;).

Dann gings weiter in Halle 3.0 – zum Piper Verlag, dort dann gesehen das Klüpfel & Kobr an den Stand kommen an den nächsten Tagen und mal spontan riesig gefreut 🙂 und mich gewundert denn eigentlich ist freitags die Premiere von „Rauhnacht“ am Landestheater in Memmingen, die würde aber mit dem Aufenthalt auf der Messe am Donnerstag, Freitag und Samstag kollidieren ;).
In der Halle hab ich mich dann auch rettungslos verfahren und war dann von der schier nicht enden wollenden Suche nach dem richtigen Ausgang so genervt dass ich am liebsten sofort nach Hause wäre…
(der Ausgang zum Aufzug mit dem man die Ebene wechseln kann ist nur auf 1 Seite)
Ich war mittlerweile völlig reizüberflutet von den vielen Verlagen, Menschen, Gängen und total müde.

Das nächste Ziel musste dann also (nachdem ich irgendwann den Ausgang fand) der TAZ-Stand sein, denn via Twitter wurde mir der Kaffee als sehr gut und gratis ans Herz gelegt. Die Beschreibung Halle 3 oben, vorne, mitte half mir leider nicht so ganz weiter 😉
Aber ich habs dann gefunden irgendwann und dann auch gleich die FAZ-Bühne entdeckt auf der ja Till Brönner nochmals sprechen sollte.
Auch der Stand von Droemer Knaur war in der Halle, sowie auch der von Rowohlt – an letzterem entdeckte ich dann ziemlich problemlos Sascha Lobo (normalerweise hab ich echte Probleme Menschen zu erkennen) und bei Droemer Knaur war ich überwältigt von den beiden riesigen Regalen – das war echt Wahnsinn und schien wie ein wahrgewordener Traum 🙂 Die Regale waren innnen und außen mit unterschiedlichen Büchern verschiedener Genre befüllt.
Iny Lorentz hab ich dort auch am Stand gesehen, war aber vom Regal so überwältigt das ich sie nicht fotografiert hab *G*.
Der Kaffee bei der TAZ war wirklich sehr lecker und ich habe dann dort noch von den Schokobrownies probiert, alter Schwede waren die lecker! ich habe sofort und ohne zu überlegen eine Tüte gekauft, sooooooo lecker!!

Dann ging es zu Till Brönner und der FAZ Bühne, im Gegensatz zur ARD konnte man dort hochfahren und ich stand in der ersten Reihe, nur 2m oder so von Till Brönner entfernt – he’s so charming – das Gespräch zwischen Brönner und Ulrich Olshausen war deutlich informativer und tiefgehender als das vorher bei der ARD, man spürte bei beiden ganz deutlich das sie die Liebe zur Musik/zum Jazz verbindet und das auch H. Olshausen Ahnung zu haben scheint von dem was er fragt, es machte wirklich den Eindruck als hätte er das Buch gelesen und sich mit ihm beschäftigt.
Müsste ich wählen würde ich immer wieder das Gespräch bei der FAZ wählen.

Dann wollte ich schnell zu Lobo und fuhr zum Rowohlt-Stand weil ich dachte die Lesung aus „Strohfeuer“ wäre dort, möööp Fehler gemacht: gedacht statt auf dem Zettel nachgelesen, sie war in einem andern Gang/an einem andern Stand und so bekam ich davon nix mit.

Beim durch die Gänge streifen bekam ich auch noch ein Stück vom Gespräch über „Grauzone Hirntod“ mit, aber das war an einem Stand eines kirchl. Verlages und das merkte man – also bin ich dort wieder weg.

Die Lesung von Leonie Swann mittags wollte ich gerne hören, denn „Glennkill“ fesselte mich nicht wirklich und ich hoffte da vielleicht jetzt einen andern Zugang zu bekommen beim neuen Buch. Leider hatte ich mir den Namen des Verlages nicht notiert und ich fuhr zwar den ganzen Gang E ab, konnte aber nirgendwo jmd lesend entdecken.

Ebenfalls auf Twitter (ich ging immer mal wieder kurz online, denn Twitter geht ja selbst auf einem nicht so großen Handy *G* aber ich habe keine inetflat fürs Handy deshalb immer nur kurz) las ich das Glööckler bei Bastei Lübbe sein Buch vorstellt, bis zum dem Zeitpunkt wusste ich gar nicht das er eins hat und ich bin dort hin um zu sehen ob er mir real auch so unsympathisch/nervig erscheint wie im TV.
Allerdings war dort eine Menschenmenge und ich sah wieder nur Hinterteile und Beine und deshalb blieb ich nicht stehen.
Als ich da aber später in der Halle den Ausgang suchte fuhr ich fast in ihn rein, da war sein Termin am Stand schon ewig rum und ich fuhr da todmüde und desorientiert den Gang lang und habe nur weil ich die Stimme noch zuordnen konnte und sie mich irritierte genau geschaut und noch rechtzeitig gebremst – ich bin dann wieder ein Stück zurück, denn meine Motivation ausgerechnet in ein RTL Interview zu rollen hielt sich in engen Grenzen 😉

Den Abendtermin mit Leonie Swann musste ich streichen, denn da musste ich schon zum Zug, denn um 18:06 sollte es wieder gen Heimat gehen und ich sollte ja 10 min vorher am Gleis stehen in FFM Hbf.
Rückweg zur S-Bahn dann von Halle 3.1 in 7min geschafft … ächz …

Den Bus um viertel vor 8 hab ich dann auch noch gerade so gekriegt und war dann gegen viertel nach 8 sehr erschöpft aber mit einer Langenscheidt-Tasche (gabs immer zur vollen Stunde ein begrenztes Kontingent und eine nette Frau schenkte mir ihre, während sich sonst auch dort wieder zeigte das Buchmenschen nicht zwingend rücksichtsvoll sind, sondern wenn es um diese Taschen geht eher gierige Piranhas sind) wieder zuhause nachdem ich also 7 Stunden eigentlich nonstop auf der Messe rumfuhr. Das war auch deutlich merkbar an meiner Muskulatur im Schulter-/Nacken-/Armbereich und an meinen Daumen bildeten sich leichte Schwielen an der Daumeninnenseite (am mittleren Gelenk).

Fazit des Tages
: Bei ARD und ZDF sitzt man nicht in der 1. Reihe, bei der FAZ schon! Und: TAZ hat tollen Kaffee für den ich sogar gezahlt hätte. (die Spendendose hab ich erst am andern Tag entdeckt)

Schade war, dass man eine Ausgabe der „ZEIT“ nur bekam wenn man ein Probeabo abschloss das man selbst kündigen muss, sonst geht es in ein normales Abo über. Andere Zeitungen waren da kundenfreundlicher (und weniger datengierig, denn die Zeit brauchte dann ja Adresse und Kontodaten) und man konnte sich entweder Exemplare einfach so mitnehmen wie u.a. bei der Süddeutschen, der FAZ, der Welt und auch der TAZ. Die TAZ hat darüber hinaus auch nur Probeabos die von selbst auslaufen.
Hättet ihr das auch liebe Zeit dann hättet ihr euch vielleicht nicht wundern müssen das kaum jemand eure Zeitung haben will – als ich dort vorbei fuhr sprachen sie gerade darüber, dass sie ja noch kaum was losgekriegt haben.

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Pauschalisieren? Ja? Nein? Vielleicht?

Heute war der 3. Tag der Buchmesse – für mich der 2. an dem ich dort war und über den restlichen Tag werde ich nach morgen abend schreiben (denn das wird wohl mein letzter Buchmessetag werden).
Eines meiner heutigen Highlights war auf jeden Fall Sebastian Fitzek auf dem „Blauen Sofa“ des ZDF, ich liebe die meisten von Fitzeks Büchern und fand ihn immer äußerst sympathisch in Lesungen/Interviews, so war das um 13:30 natürlich ein Pflichttermin.
Eher zufällig hatte ich gesehen dass danach Thilo Sarrazin auf dem Sofa sitzt und hatte mir überlegt mir zumindest mal so lange anzuhören was er sagt bis es mir zu arg wird.
Das war der Plan.
Ich bin recht früh schon zum Sofa und Reinhold Messner sprach noch über sein Buch, hieß glaub ich „on top“ und nachdem ich dort noch eine schlechte Sicht hatte konnte ich durch die sich leerenden Plätze dann einen recht guten links vor dem blauen Sofa ergattern (direkt unter/vor einer Kamera), nicht bedacht hatte ich dass ich dort eingekesselt bin… das war auch bei Fitzek noch in Ordnung, bei Sarrazin war mir durch zu meinen Füßen sitzende Teenies (die aber sehr höflich fragten – und mal ehrlich ob sie stehen oder sitzen ist unerheblich) und vor allem durch gefühlte 100 Pressefritzen/Fotografen die ich bei andern Sofabesuchen schon als rücksichtlos kennenlernte jeglicher Flucht-/Ausweg versperrt.
Also musste ich bis zum bitteren Ende bleiben – und ganz ehrlich ich wäre am liebsten nach 5 min wieder weg.

Ich bin dort ganz bewusst geblieben weil ich sehen wollte wie der Mensch real wirkt wenn er seine Thesen vertritt, mir war es unvorstellbar das man sich zB so oft widerspricht und in div. Talkrunden wirkte er auf mich ab und an etwas überfordert.

Real wirkte er überhaupt nicht überfordert sondern ganz im Gegenteil, sehr von sich eingenommen, das begann schon damit dass er das Gespräch damit begann in dem er sehr viele Zahlen seiner Auflage in den Raum warf (die Moderatorin hatte gefragt ob er durch sein Buch/seine Thesen bessere Verkäufe provozieren wollte) und dann hieß es da u.a. „es waren so 50.000 Exemplare geplant, im Weihnachtsgeschäft vielleicht auch 75.000“, das wollte er offenbar als kleine Auflage darstellen, dabei hatte ich keine halbe Stunde vorher bei Fitzek gehört das seine ersten Bücher mit einer Auflage von 4.000 Büchern in Druck gingen und geplant waren und er das selbst damals als viel empfand …
Auf mich wirkte Sarrazin in dem Punkt etwas selbstbeweihräuchernd und ich glaubte ihm weder das er die Auflage gering empfand noch dass es ihn wirklich überraschte das mehr verkauft wurde.
Schon da wäre ich gegangen wenn ich gekonnt hätte, weil mir einfach die Art widerstrebte.

Im Laufe des Gesprächs ging es dann u.a. um Taktlosigkeit, die Moderatorin sagte dass in dem Buch ja schon so manches eher taktlos wäre und Sarrazin antwortete ihr darauf dass man gar nicht von Taktlosigkeit sprechen könne, weil man das nicht sagen könne wenn sich etwas auf eine gesamte Gruppe beziehe, das sei dann nicht taktlos, außerdem wenn Dinge korrekt wären könnten sie nicht taktlos sein und wenn man über Dinge spräche für die niemand etwas kann wie z.B. Behinderung (ja er nannte das wirklich) dann könnte man da auch nicht taktlos sein wenn man darüber spricht.
Das ließ mich dann doch nach Luft schnappen und ich ließ mich dazu hinreißen zu sagen „so ein Quatsch, das ist doch ne Lüge“, nicht laut genug das Sarrazin es auch nur wahrnehmen konnte aber es rutschte mir so raus.
Das war auch der Moment in dem ich mir überlegte ob ich es schaffen könnte mit meinem Apfel seinen Kopf zu treffen … es wäre sehr schade um den Apfel gewesen aber ehrlich sowas …. ARGH!
Für mich, mein Denken und mein Wortverständnis ist wenn jemand über eine Gruppe spricht/urteilt nichts anderes als pauschalisieren – aber vielleicht deutet Herr Sarrazin das Wort ja auch anders …
Gegen Ende des Gesprächs sagte die Moderatorin dass sie ihm eben in seiner Schlussfolgerung nicht folgen könne weil er da so pauschalisiere und Sarrazins Antwort war „Ich pauschalisiere nicht“

Ääääääääh?! Kreuzen sie an … ja, nein, vielleicht …

Dann fragte ihn die Moderatorin u.a. noch danach wie er zu der Kritik von Sigmar Gabriel in der Süddeutschen stehe, Gabriel hätte ihn da sehr genau zitiert und sich für die Anleitung zur Menschenzucht bedankt (ich habe den Artikel nicht gelesen daher kann ich nur wiedergeben)- Sarrazin sagte „Dann hat er ein anderes Buch gelesen“
Die Moderatorin sprach nochmals von den sehr üppigen und genauen Zitaten und Sarrazin sagte „Dann hat er falsch zitiert“
öööhm okay …. ich kenn Gabriels Artikel wie gesagt nicht und kann dazu nix sagen, die Argumentation an sich fand ich allerdings schon etwas … hmm … einfach…

Die Moderatorin zitierte dann eine, von mir recht lang empfundene, Passage aus Sarrazins Buch (was über Kindergeldprämien für Akademikerinnen die bis zu einem bestimmten Alter Kinder kriegen damit die Intelligenz nicht ausstirbt) und Sarrazins erster Kommentar war „Sie haben das nicht richtig zitiert“
Reaktion: „öh … doch ich habe genau zitiert was da stand und nichts ausgelassen oder verändert“
Sarrazin: „Aber Sie haben nicht gesagt was ich vorher schrieb“
Auch der Hinweis, dass es ihr aber um den Inhalt dieses Zitates ging hinderte ihn nicht daran sich in epischer Breite darüber auszulassen was er (angeblich) vorher geschrieben hatte und nicht konkret auf das Zitat einzugehen.

Dann sagte Sarrazin im Laufe des Gespräches (als es um Intelligenz und bildungsferne Schichten ging) dass man eine Schule in einem Berliner Brennpunkt und in Seelendorf(? heißt das so? ich kenn mich doch da nicht aus) vergleichen könne und selbst bei gleichem Angebot an Möglichkeiten man beide Gruppen 30 Jahre später untersuchen könne und sehen würde das die Brennpunktler die Möglichkeiten weniger nutzten.

Jetzt mal ganz ehrlich, hätte ich SO in meinen Methodenkursen zur Auswertung und Erstellung von Umfragen und in meinen Statistikkursen argumentiert dann hätten mir die Profs wohl mitgeteilt, dass ich wohl besser ein anderes Studienfach suche solle. Davon abgesehen dass ja grundlegende Dinge unklar sind wie zB ob er da überhaupt vergleichbare Dinge vergleicht oder vielleicht Hauptschule und Gymnasium oder ob die Stichprobe überhaupt so als Stichprobe taugt und dann zum Schlüss auch noch der Schlüss auf die Gesamtheit … dazu dürfte eine solch kleine Stichprobe die noch dazu eher einseitig zu sein schein meiner Meinung nach nicht taugen.

Außerdem erfuhr man noch das die Ablehnung sowohl in der Bevölkerung als auch unter den Journalisten rückläufig wäre, es wären von über 90% ja nur noch etwa 70% gegen seine Thesen (bei den Medien/Journalisten), er sagte das ziemlich stolz … mich gruselte es …
Außerdem hätte er seine Leserbriefe statistisch ausgewertet und erhält dort 90% Zustimmung, also könne das ja alles nicht so verkehrt sein was er geschrieben hätte.
Stimmt, ich habe ihm noch keinen Leserbrief geschrieben – vielleicht sollte ich das nachholen schon um in die „Statistik“ einzugehen…

Die Mädels zu meinen Füßen hatten das Buch offenbar gelesen (vielleicht ja in der Schule?) und schüttelten nur den Kopf (und hatten sogar zeitgleich und unabhängig von mir den Apfelgedanken *G* – sie hatten auch einen dabei *G*) und mehr blieb einem auch irgendwie nicht … außer dem Mann neben mir der ständig sagte „ja, da hat er vollkommen recht“ wann immer Sarrazin etwa von einem Niveauabfall sagte …
Den Stammtisch wird’s sicher freuen glaub ich.

Nun frage ich mich seit heute mittag, ob ich zu intelligent bin um diesen plumpen Thesen widerspruchslos zu folgen und sie statt dessen hinterfrage oder ob ich zu wenig intelligent bin und mir sich deshalb der höhere und wahre Sinn der sarrazinschen Worte nicht erschließt…

Und warum nur fällt mir Pippi Langstrumpf ein? „Ich mal mir die Welt widde widde wie sie mir gefällt …“

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