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Die Buße – Meg Gardiner

Ich habe Meg Gardiner damals auf Empfehlung einer sehr lieben Bekannten entdeckt die einen mir äußerst ähnlichen Lesegeschmack hatte (blutig darf’s sein, spannend und/oder irgendwie interessant) und zuerst die Evan Delaney-Reihe gelesen die ja leider vom Verlag sehr durcheinander publiziert wurde. Die waren mir manchmal zu militärlästig aber immer so spannend dass ich sie lesen wollte (und nicht ZU viel Militär/Politik).

Als dann Hardcover von Meg Gardiner erschienen war klar, das muss ich lesen, als ich dann noch sah, dass vorne im Buch ein Stadtpan von San Francisco abgedruckt war war es total um mich geschehen, schließlich war ich erst kurz vorher in San Francisco und hatte mich doch total in die Stadt verliebt.
Als ich damals den ersten Band der Dr. Jo Beckett/Amy Tang – Reihe in den Fingern hielt musste ich erst mal mindestens 5 Minuten lang den Stadtplan anschauen und in Gedanken durch die Stadt reisen und murmelte minutenlang „oooh Frisco … kuck mal, da war unser Hotel, da ist Fisherman’s Wharf und da hab ich meinen Geldbeutel verloren“ vor mich hin und ging anwesenden Personen damit glaube ich minimal auf den Wecker ;).
Kurzum ich war schon positiv vorbelastet bevor ich nur eine Seite des Buches gelesen hatte 😉

Band 1 war dann ein bisschen … lala, aber es war Band 1 der Reihe und hey San Francisco und wirklich schlecht war es auch nicht nur anfangs gefühlt etwas zäh, aber nicht unspannend. Band 2 „Die Beichte“ gefiel mir dann schon besser, man musste die Personen ja auch nicht mehr einführen 😉

Band 3 heißt nun „Die Buße“ und der Heyne-Verlag hat mal wieder das getan was Verlage in letzter Zeit scheinbar gerne tun – das Design geändert … hmmmmmpf! Warum müsst ihr das denn machen?!? Könnt ihr euch nicht vorher ein Design überlegen und wenn ihr das schon einheitlich gestaltet bei den ersten Bänden wenigstens bei den andern beibehalten?? Bisher gab ich die Bücher nach dem Lesen immer weiter, jetzt hatte ich mir gerade überlegt die andern beiden wieder zu besorgen und die Reihe ins Regal zu packen, mit dem geänderten Design werde ich dass sicher nicht tun lieber Verlag.

Nun aber endlich zum Buchinhalt:
Text auf der Buchrückseite:

Es sollte ihr großes Comeback werden. Tausende von Fans feiern Tasia McFarland, als sie, von einer Kugel tödlich getroffen, auf der Bühne zusammenbricht. Ein Unfall? Mord? Selbstmord? Ein psychologisches Gutachten soll Licht ins Dunkel bringen. Jo Beckett nimmt die Ermittlungen auf. Fieberhaft rekonstruiert sie die letzten Stunden der Toten und stößt bald auf die entscheidende Spur: ein Songtext, in dem Tasia McFarland ihren Tod vorwegzunehmen scheint.

Tasia MacFarland ist die Ex-Ehefrau des amerikanischen Präsidenten und hat eine psychische Erkrankung so dass die Vermutung des Selbstmordes nicht so abwegig erscheint. Jo Beckett ist zufällig bei dem Konzert und bei dem Unglück sozusagen live dabei.
Im Laufe der Ermittlungen, natürlich wieder an der Seite von Amy Tang, stoßen sie auf einige Hindernisse und müssen sich durch Verschwörungstheorien arbeiten. Und die Fäden führen immer wieder zum Präsidenten … hat er damit etwas zu tun oder ist die Vermutung nur eine Art Überreaktion? Und weshalb passieren im Umfeld der Ermittelnden allerlei merkwürdige Dinge die von „oben“ kommen und offensichtlich die Ermittlungen vorzeitig beenden sollen?

Meine Meinung zum Buch:
Da ist er wieder, der San Francisco-Stadtplan 😀 und ziemlich am Anfang des Buches gibt es eine Szene wo Beckett mit der Schwester von Tasia ein Stück durch San Francisco läuft, ich konnte in Gedanken mitlaufen und entwickelte sofort unsägliches Fernweh … hörte sogar die F-Line (Straßenbahnlinie die mit historischen Wagen befahren wird) in meinem Kopf klingeln.
Das Buch beginnt recht spannend, das Unglück passiert relativ zügig, allerdings kann ich wenig mit Verschwörungstheorien anfangen und die treten schon sehr früh mal in den Vordergrund … wäre es nicht Meg Gardiner hätte ich das Buch vielleicht sogar abgebrochden, einfach weil ich mit sowas so gar nix anfangen kann, das wäre aber rückblickend betrachtet wirklich schade gewesen.
Für meinen Geschmack war es zwar ein bisschen viel Verschwörungskram aber die Geschichte und der Fall um den Tod von Tasia MacFarland war dennoch spannend und man sollte sich da von den beschriebenen Verschwörungstexten nicht abschrecken lassen. Von mir aus hätten die allerdings gerne etwas kürzer ausfallen dürfen ;).

Schön fand ich, dass Ferd eine relativ große Rolle spielte, ich mag diesen kauzigen Typen irgendwie. Die Beziehung von Jo und Gabe entwickelt sich allerdings meines Erachtens irgendwie plätschernd was sich gegen Ende ein bisschen ändert.

Die Auflösung gefiel mir ganz gut muss ich sagen, auch auf die Gründe wurde erstaunlich genau eingegangen.
Endgültig mit dem Verschwörungszeug versöhnend wirkte dann auf mich eiin Satz in dem stand, dass Jos Schwester ihr Ghiraradelli-Schokolade mitbringt ;).
Das geht sicher nicht jedem so *fg* aber ich habe in San Francisco Ghirardelli-Schokolade probiert, genauer gesagt einen Milchshake aus der Schokolade und es war das absolut schokoladigste was ich je in meinem Leben getrunken habe (dort wurde eine ganze Tafel in eine „small“ Variante reingebröckelt!) – sehr lecker und ich empfand sofort die selbe Glückseligkeit wie beim Trinken – und zack waren mir auch Verschwörungssachen egal 😉

Ich kann das Buch aber auch für Menschen die keine San Francisco Liebhaber sind empfehlen 🙂
Müsste ich Noten vergeben bekäme das Buch eine solide 2.
Allerdings ist mir die Übersetzung des Titels völlig unklar, das Original lautet „The Liar’s Lullaby“ was auch der Titel eines für die Geschichte äußerst relevanten Liedes ist das von Tasia geschrieben wurde. Auch der Sinn der Schere auf dem Cover erschließt sich mir ebenso wenig wie was „Die Buße“ eigentlich mit dem Buch zu tun hat – ich hätte nach dem Titel jedenfalls eine andere Geschichte erwartet. Am Ende kann man sich da schon einen Zusammenhang zusammenreimen, glücklich oder gar gut finde ich die Titelauswahl aber nicht.

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