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Ich liebe es

Die Bahn … immer wieder für nette Geschichten gut…
Am 1. Buchmessetag lief ja alles erstauuunlich glatt – zumindest von Seiten der Rotkäppchen, man stand schon an der richtigen Tür und holte mich zügig aus den Zügen. Wunderbar, dafür meldet man sich ja vorher extra an.

Am Freitag lief das so ab:
Ich bin wieder brav vorangemeldet (seit Mittwoch) und beim Einsteigen am hiesigen Bahnhof klappt auch alles wunderbar, okay das Rotkäppchen war nicht wirklich gesprächig aber das macht ja nix.
Der Zug fährt unterwegs 9 min Verspätung wieder rein weil er so ein alter Zug ist und die Bremsen dass da lt. Lokführer aushalten, wir sind also pünktlich in FFM.
Viele Menschen mit Rädern steigen aus, der erste fragt netterweise ob ich Hilfe brauche und ich sage ihm dass ich vorangemeldet bin und da eigentlich der Hublift stehen sollte – sehen kann ich es nicht denn ich kann wg den Stufen ja nicht bis zur Tür fahren.
Es taucht jedoch keine rote Mütze auf und man hört auch kein Hubliftgeklapper.

Dann kommt der richtig wortkarge Schaffner, kuckt mich an, kuckt den langen Bahnsteig hinunter, sagt immer noch kein Wort. Dann nimmt er das Telefon und es dauert etwas bis er spricht „ja, ich hab hier ne Rollstuhlfahrerin im Zug sitzen, die solltet ihr rausholen“
Mittlerweile kommt auch der Lokführer (Frankfurt = Kopfbahnhof – ganz ohne Frankfurt 21 😉 ) wundert sich über meine Anwesenheit und erzählt mir das mit den Bremsen.
Der wortkarge Schaffner sagt „Kommt gleich jemand“
Und das Warten beginnt …

Zwischenzeitlich steigen die ersten Fahrgäste ein die in meinen Herkunftsort wollen, ich sehe meinen Termin bei von Schirach platzen, habe aber viel Spaß mit einem Fahrgast der mir vorschlägt ich solle doch immer wenn was nicht klappt 10 Euro verlangen als Entschädigung, er hätte schon oft mitgekriegt dass das nicht so klappt …

Nach etwa 10 Minuten höre ich das ersehnte Klappern… der Schaffner wurde zwischendrin leicht unruhig denn in etwa 5 Minuten soll der Zug eigentlich abfahren und ich warte ja noch…
Das Rotkäppchen macht die Tür auf und sagt „Da haben wir Sie wohl vergessen, aber wir sind ja auch nur zu zweit heute“
Mehr als „ääh – aha“ fiel mir nicht ein… *koppschüttel*

Daher stand hatte ich abends dann das Erlebnis am Servicepoint, denn ich war viel zur früh da und wollte so zum Zeitvertreib nur mal fragen ob man denn diesmal an mich denkt…
Am hiesigen Bahnhof klappte wieder alles wunderbar.

Heute lief es so ab:
Selbes Rotkäppchen wie am Tag zuvor, der zwar keine Ahnung hat das 2 Rollstühle gen Frankfurt wollen aber sehr unkompliziert ist. Ich erwähne noch dass ich es extra ins Kommentarfeld schrieb, er sagt steht nix da (ihr könnt meine Bestätigung nachher sehen). Er sagt ganz von sich aus das er es in FFM vormeldet und sagt das der Hublift gebraucht wird (auch das gab ich in der Voranmeldung an).
Der Zug erreicht Frankfurt und man sieht ein Rotkäppchen, ich sage schon „wow“ und dann fällt mir auf, dass gar kein Hublift da steht.
Ja, sie hätte gedacht sie kuckt erst mal so…

Wie jetzt?! Sie kuckt erst mal so?! Können Rollstühle durchs kucken fliegen lernen oder verschwinden dann etwa Stufen oder so? Und war nicht der Hublift von mir vorangemeldet und von dem Heimatrotkäppchen sogar nochmals bestätigt?! Bin ich in Hogwarts und der Zug ändert zwischendurch die Bauweise?
Die Dame überlegt noch kurz stellt dann aber – welch Wunder – fest, dass sie wohl wieder an das Ende des Gleises laufen muss um den Hublift zu holen (die Gleise in FFM sind nicht sooo kurz und wir waren im allerletzten Wagen, wie das so üblich ist). Sie wackelt also los, kaum war sie weg sagt der völlig irritierte Schaffner „Wo war jetzt denn das Problem? Das war doch korrekt gemeldet und es war doch völlig logisch dass sie den Hublift braucht, ich versteh das nicht … die sind alle irgendwie komisch hier, irgendwie dumm – sowas kommt dauernd vor“
Der Lokführer kommt, erfährt warum wir noch im Zug stehen und sagt sofort „wie die hatte keinen Hublift dabei?“ und schüttelt den kopf …

Nach gut 10 Minuten hört man das vertraute klappern … juhu wir dürfen aus dem Zug 😀
(natürlich wurde uns auch mitgeteilt wir sollen doch ganz vorne in die S-Bahn steigen…, auch freitags wurde es mir wieder geraten … ich habe verzichtet und war renitent *fg*)

Voranmeldung


Am hiesigen Bahnhof klappte auch heute alles perfekt – danke ihr Rotkappen!

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Ein Kommentar

Eingeordnet unter Alltag, Ärger

Mein Freund der äääh die Bahn

Ich war heute auf der Buchmesse (das blogge ich später oder morgen oder so – ich bin noch reizüberflutet) und fuhr dort mit der Bahn hin – wie sich das für einen braven Rollstuhlfahrer gehört habe ich mich bereits am Montag per Onlineformular vorgemeldet (früher – also auch nor vor 2 Jahren – musste man sich 3 Tage vorher anmelden), auch wenn es mich immer noch stört das ich schon vorher sagen muss wann ich wieder nach Hause will…
Aber okay, ich weiß das der hiesige Bahnhof ohne Voranmeldung ein ziemlicher Zickenhaufen ist, die weigern sich dann auch durchaus mal jemanden in den Zug zu setzen – das haben Freunde schon erlebt – und ich wollte ja zu den Büüüüchern 😀
Mehr zufällig war ich auch viiiiiel zu früh am Bahnhof und konnte so locker das „10 minuten vorher am Gleis sein“ Limit schaffen.
War natürlich ein gaaanz alter Zug, so ein roter mit diesen furchtbaren Hebeln zum Türöffnen, und der Hublift tat was er tun sollte 🙂
Ich bin also im Zug und die erste Frage des Schaffners war „Darmstadt oder Frankfurt“
ich habe innerlich grinsen müssen, denn es war klar er verwechselt mich mit meiner wohl besten (und längsten) Freundin, die fährt nämlich genau die Strecke immer, meist nach DA aber auch mal nach FFM. Zu seiner Ehrenrettung muss man sagen unsere Rollstühle haben die gleichen roten Spiderwheels (mein Rahmen ist grün, ihrer schwarz), wir haben beide eine Brille und schulterlange Haare – allerdings ist sie etwa 100 Nummern dünner als ich 😉 (also tatsächlich so viel dünner das es jedem sofort auffällt)
Aber okay, das war ja nicht schlimm – nur zum schmunzeln.

Auch die Fahrt und das Aussteigen in FFM liefen problemlos.

Dann nahm ich den falschen Aufzug zur S-Bahn und kam dann auf dem richtigen Gleis natürlich relativ knapp an und bin dann einfach irgendwo in den Zug rein ohne dass da ein Rollstuhlsymbol war – der Abstand zwischen Gleis und Zug war überall gleich weit und wollte ja nur 2min fahren die steh ich auch im Gang gut.
ich musste aber erst umdrehen um rückwärts in die Bahn zu fahren denn vorwärts wären die Räder mal gepflegt in der Lücke versunken (ich kann sie nicht so zielgerichtet da drüber lupfen, dazu fehlts mir an Gleichgewicht oder so).
Also Türknopf drücken, rumdrehen, bis man rumgedreht ist geht die Tür langsam zu … Fahrgast hielt die Tür dann netterweise auf und fragt ob er helfen soll – meine Standardantwort ist mittlerweile „ich glaub es geht, wenn nicht sag ich bescheid“ er hat natürlich an den Rolli gefasst… ein Zug an den Rädern und ich war in der Bahn, kein Hexenwerk und nicht hilfswürdig.

Also steh ich da friedlich da kommt ein Bahnangestellter (in Bahnkluft)
„Wo wollen Sie denn raus?“
„An der Messe“
„Geht das?“
„och ja, wenn das so ist wie hier macht das kein problem“
„Sie wissen ja aber das sie vorne einsteigen müssen?“
„ja, weiß ich – bis ich vorne gewesen wäre wäre die Bahn aber 3mal weggewesen und ich wollte ja rein“
(Anmerkung von mir: die Bahn bestand aus 2 S-Bahnzügen und der Aufzug war am Ende der Gesamtbahn, ich bin in der vordersten Tür des hintern Zugteils eingestiegen, weiter vor hab ichs nicht geschafft)
„Aber sie müssen schon vorne einsteigen wenn man Ihnen helfen soll“
„naja, es ging ja auch so – ich weiß das ich eigentlich nach vorne sollte aber der Weg war zu weit und die Zeit zu kurz“
„Naja …“ (kuckt leicht tadelnd)
ich denke: wtf?! hallooo nich ein ganzer zug und der hätte sicher nicht gewartet

Dann ging er wieder … – gott sei dank, denn ich wurde unmerklich gereizter
Der Ausstieg war dann sogar noch problemloser als der Einstieg…

Auf dem Rückweg ist mir die andere Bahn gerade vor der Nase weggefahren und so hatte ich 5 min Zeit um ganz ans Ende des Gleises zu fahren … um brav vorne einzusteigen 😉
Zug fährt ein, ich bewege mich zur Tür, Lokführer streckt den Kopf aus dem Fenster
„Brauchen Sie die Rampe“ (der Ton sagte „neee du brauchst die jetzt nicht“)
„Nein, ich denke es geht so“
Unnötig zu sagen dass der Lokführer nichteinmal kam um zu sehen obs auch wirklich „so“ geht, oder?
Aber jaja … ich MUSS111elf immer vorne einsteigen…
(ich habe mit einem ähnlichen Verhalten des Lokführers gerechnet, hätte aber gedacht er kuckt wenigstens ob alles klappt)

Und ja, ich hätte auf der Hinfahrt auch eine Bahn später nehmen können, ich wollte es aber nicht, ich wollte nur selbstbestimmt in die Bahn einsteigen an der Tür an der ich es für geeignet halte (es wären auch alle andern Türen geeignet gewesen aber die war halt gerade vor meiner Nase) und nicht grundlos ans komplette andere Ende des Gleises hetzen.

Beim Einsteigen in den Regionalzug auf dem Rückweg habe ich das Rotkäppchen gefragt für welche Fälle denn diese nachträglicih installierte Rampe in diesem alten RB ist (auch ein Rolliklo wurde nachgerüstet) die Antwort war
„Die derfe mer net bediene“
Könnt ihr euch die Fragezeichen über meinem Kopf vorstellen?
„äh … und wer dann?“
„dozu braucht mer es Spezialausbildung und die habbe mer net“
ich denke: öööh okaaay, Spezialausbildung hooohoo … für die Rampe … oookaaay
„Und wer hat die?“
„fast käner. manche Lokführer, aber eigentlich kaum einer“
„oh … ja dann ist das doch mal eine sinnvolle Aufrüstung“

Die Ironie hat er leider nicht verstanden :/

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