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Da hab ich wohl Glück gehabt

Der Beitrag von Christiane zeigte mir, dass ich damals wohl Glück gehabt hab bei meiner Flugreise über einen französischen Flughafen 😉 und dass die Nichtkontrolle wohl in Frankreich Methode hat.

Ich weiß die Jahreszahl nicht mehr genau, aber entweder Dezember 2005 oder 2006, ich wollte nach Miami fliegen über Charles-de-Gaulle in Paris. Meine erste Flugreise so mit umsteigen und ganz alleine. Damals war ich noch laufend unterwegs und so hatte ich nur Assistenz mit einem Flughafenrolli gebucht, denn die Wege zum Gate würden zu Fuß einfach viel zu lange dauern (und wären echt anstrengend).
Abflug FFM und ich wurde eher rudimentär gecheckt (immerhin mit Handchecker bis zur Wade) vom Sicherheitspersonal, aber es sollte ja auch „nur“ bis CDG gehen.
In Paris musste ich dann das Terminal wechseln, aber bis ich aus dem Terminal raus war dauerte ja schon denn die Assistenz hatte viiiiel Zeit und sah sich nicht genötigt ihre privatgespräche mit Hinz und Kunz einzustellen oder auch nur mal einen Schritt schneller zu gehen. Plötzlich parkte man mich einfach in der Nähe eines Ausgangs und entfernte sich kommentarlos und zügig, ich stand da und wartete auf weiß der Geier was … ich überlegte schon die passenden franz. Flüche in meinem schon übermüdetem Hirn (ich war ja seit nachts um 3 unterwegs und hatte davor gar nicht erst geschlafen und es war immerhin schon etwa 11 Uhr morgens) … dann kam von draußen ein Franzose der mich ebenso wortkarg nach draußen schob, mich fragte ob ich aufstehen könne und mich in einen Kleinbus steigen ließ. Den rollstuhl ließ er stehen. Dann stieg er in den Bus und fuhr gaaaaaaanz langsam ca 2 Minuten zum nächsten Terminal. (laufen/schieben wäre echt schneller gewesen)
Dort musste man (natürlich) auf einen neuen Rollstuhl warten, mittlerweile wurde auch die Zeit knapp, schließlich musste ich ja noch durch den Sicherheitscheck und es ging ja nach Amerika.
Als der Rollstuhl endlich da war zeigten sowohl meine Uhr, als auch der Tonfall der Angestellten, dass es jetzt aber wirklich Zeit wurde denn das Boarden sollte in etwa 15 Minuten beginnen.
Sie ging dann immerhin einen kleinen Schritt schneller – aber der Weg war weit … und dann kamen wir irgendwann endlich an der Sicherheitskontrolle an. Ich wollte gerade ansetzen zu sagen das ich otrhopädisches Schuhwerk trage (in dem Metall drin ist!) da war ich auch schon durch den Metalldetektor durchgeschoben, piepsend natürllich. Interessierte aber keinen man rief mir ein „bon voyage“ hinterher… ich weiß noch das ich dachte „wow, das sind also die ach so genauen Sicherheitschecks wenn man nach Amerika fliegt und das an einem großen und wichtigen Flughafen wie Paris Charles-de-gaulle“.
Ich kam also ohne dass auch nur der Versuch irgendeiner Kontrolle gemacht wurde in ein Flugzeug das nach Miami flog. Von der nicht vorhandenen Freundlichkeit der Franzosen muss man da gar nicht mehr reden …

in Amerika war man dann sehr viel freundlicher und bemühter, auch wenn xmal fragen ob alles okay ist irgendwann nerven kann 😉

Dann ging mein Rückflug am 30.12., ich sollte also logischerweise am 31. in FFM landen und wollte von dort mit dem Zug weiter.
Schon beim Check-In wurde ich darauf hingewiesen, dass ich besser zügig losgehe (obwohl noch einiges an Zeit war) wg. dem Security Check, die Assistenz schob mich also im Affenzahn weg von der Freundin so dass ich mich nur gerade so noch verabschieden konnte. Dann kam ich zur Kontrolle, die waren ja auf dem Hinflug eher lasch und ich dachte das wäre ja auf dem Rückflug sicher nicht viel anders … Pustekuchen … Miami zeigte mir was genaue Kontrollen sind …
Natürlich piepste der Metalldetektor, der Rollstuhl und mein Schuh haben ja Metall, ich sagte auch das mein Schuh Metall hat und nach sehr gründlichem Abtasten (sogar in den winzigen möchtegerntaschen der Jeans wurde gefühlt!9 und dem Auseinanderpulen meines Haargummis(!) musste ich die Schuhe ausziehen. Ich trage normale Schuhe und dann zur Stabilisierung meiner Füße noch einen höheren Schuh aus Leder (der schon so kaputt war das man das Metall in der Sohle sogar sehen konnte). Ich zog nur meinen normalen Schuh und den Strumpf über dem Innenschuh aus. Schuhe und Strümpfe(!) wurden dann weggetragen und nachdem diese sich offenbar als clean rausstellten wurde ich noch gefragt ob ich bereit wäre meinen Innenschuh auszuziehen. Das war ich nicht, denn das dauert bis ich die beide wieder an hab und mittlerweile war die Zeit ganz schön fortgeschritten… Ich habe allerdings vorher gefragt was passiert wenn ich nein sage. Da man dann nur einen andern Test machen wollte verweigerte ich also das Ausziehen. Also kam nur der Wattebausch für den Staubtest zum Einsatz.
Dann hieß es hurtig wieder alles anziehen denn die Assistenz murmelte schon was von „hurry up“ …

Beim Anflug auf Paris war das Flugzeug schon so sehr verspätet, dass nur noch etwa 15 Minuten bis zum Abflug nach FFM waren bevor es überhaupt gelandet war.
Und natürlich war dann keine Assistenz zu sehen … und es dauerte ewig bis das Flugzeug leer war (Behinderte gehen ja als letztes raus).
Die Stewardess erkundigte sich dann nach meinen Weiterflugdaten und bekam einen leicht erschrockenen Gesichtsausdruck – super, danke hilft mir echt dran zu glauben dass der Weiterflug klappt.
Die Assistenz kam dann irgendwann und das Spiel war das Gleiche wie beim Hinflug, recht gemütliche Gangart, Schweigen im Walde, Umsteigen in den Kleinbus… beim Aussteigen dort wurde der Fahrer dann zur dortigen Assistenz etwas lauter und aufgeregter allerdings ließen mich beide dann (mal wieder) stehen und gingen irgendwohin und der Fahrer wurde ruhiger… als der auf dem Weg zu seinem Bus war sprach ich ihn an doch er sagte nur ich solle warten (mein Flieger sollte jeden Moment starten).
Wo die Assistenz hin war hatte ich nicht gesehen, fahren konnte ich selbst kaum in dem Rollstuhl und wo ich hin mussste wusste ich auch nicht – also warten…. nach gefühlten Ewigkeiten kam die Assistenz dann wieder angezockelt (gaaaaaanz laaaangsaaaaam) und ließ sich dann endlich dazu herab mir mitzuteilen, dass mein Flug wg. Schneefalls gecancelt wurde ich aber gaaaaaaaanz bestimmt mit dem nächsten – der gaaaaanz sicher fliegen würde – mit könnte.
Man parkte mich (ohne Rollstuhl) bei so einem Essenkaufding, drückte mir 1 Gutschein für 1 Brötchen und was zu trinken in die Hand und sagte man käme wieder … (ich sah mich schon Silvester am Pariser Flughafen sitzen)
Zu meinem Erstaunen passierte das sogar und der Flieger flog. Auch dieses Mal gab es quasi keine Kontrolle, ich glaube man fühlte immerhin von unterhalb meines BHs bis über dem Hosenbund…

Als ich 2 oder 3 Jahre später erneut in die USA fliegen wollte (diesmal nach San Francisco) war für mich aber klar das es nicht über Frankreich gehen wird, Unfreundlichkeit gepaart mit Unorganisiertheit und Langsamkeit kann ich nicht brauchen bei einer Reise.

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Anfrage zur Barrierefreiheit bei S21 III

Tja, nachdem der Beitrag moderiert werden musste erhielt ich eben die Mail das mein Beitrag nicht online gestellt wird weil die Fragen bereits beantwortet würden in 2 Beiträgen – zu finden hier und hier.

Naja, vielleicht bin ich einfach zu überzeugt das meine Anfrage anders ist, schon weil sie zB viel detaillierter ist – nun denn offenbar ist sie es nicht.
Schade, prinzipiell fand ich diese DirektZu Idee gut, so macht sie aber keinen Sinn irgendwie.

Nun denn, weiß jemand EMail-Adressen der Verantwortlichen? Dann frag ich eben so an… denn Antworten auf meine Fragen erwarte ich mir von den genannten Beiträgen nicht.

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Anfrage zur Barrierefreiheit bei S21 II

noch ein update: der beitrag erscheint jetzt wenn ich auf den Link klicke, vermute mal er ist nach der Freischaltung dann für euch hier zu sehen und abstimmfähig.

Update: Ah in einer der VIER Mails die man nach dem Verfassen und Anmelden erhält steht drin das mein Beitrag zuerst von Moderatoren geprüft werden muss und erst dann freigeschaltet werden kann – nun, man darf gespannt sein a) ob er es wird und b) wann das passiert.

So, endlich ist es geschafft – ich habe die Anfrage endlich zu Ende formuliert und auch die Anregungen via Twitter einfließen lassen. Daraus ergab sich ein sehr langer Text mit sehr vielen Fragen.
Offenbar wird auf diesem Direktzu-Portal immer das beantwortet über das am Meisten abgestimmt wurde, so ganz hab ich das System noch nicht verstanden aber ich habe mich auch noch nicht wirklich eingelesen, also stimmt mal fleißig ab. Auch wenn es bis zum nächsten weiterleitungstermin am 22. wohl nicht mehr schaffbar ist den Beitrag so hoch zu voten vermute ich.

Eigentlich wollte ich jetzt einen Link zum Beitrag setzen, aber ich finde ihn nicht mehr auf der Seite…
Auch der Link der in der „wir haben ihren Beitrag erhalten“ Mail steht führt auf eine „Es wurde kein Beitrag gefunden, stellen Sie sicher dass der Link korrekt ist“ Seite.

Aber ich habe den Text vorher kopiert und notfalls muss ich mich halt dran machen herauszufinden welche Bahnleute da konkret verantwortlich sind und deren Mailfächer damit füllen. Mal sehen … ich will auf jeden Fall Antworten. (auch wenn die wahrscheinlich nur sehr unbefriedigend ausfallen werden, die Fragen müssen gestellt werden)

Hier also mein Text:

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe einige Fragen zur Barrierefreiheit des S21-Projekts die in den bisherigen Schlichtungen nicht beantwortet wurden.
Es war die Rede von 5 Aufgängen pro Bahnsteig, wieviele dieser Aufgänge sind Aufzüge und wo liegen diese? Wieder nur an den Enden des Gleises? Und gibt es für Rollstuhlfahrer im Falle eines Aufzugdefektes eiine Alternativmöglichkeit um vom Gleis weg bzw. zum Gleis hin zu kommen oder ist der Rollstuhlfahrer dann auf dem Gleis gefangen ohne sich selbstständig(!) wegbewegen zu können? (auch im Falle einer Notsituation muss es ja eine aufzugunabhängige Lösung geben)
Desweiteren wird die Durchgangsbreite bei den Rolltreppen als zu eng bemängelt, ist bei der Planung die Situation eines vollen Bahnsteiges und durchfahrenden Rollstühlen berücksichtigt worden, enge Bahnsteige können da u.U. ziemlich gefährlich sein.
Wurde mal ausprobiert wie schwierig das zukünftige Gefälle für Rollstuhlfahrer ist? Laut Medienberichten entspricht der Höhenunterschied von Bahnsteigende bis -anfang etwa einem zweigeschossigen Wohnhaus, in jedem Wohnhaus müsste dafür ein Aufzug eingebaut sein für Rollstuhlfahrer, hat man das in der Planungsphase mal z.B. von Rollstuhlfahrern wirklich testen lassen ob das Gefälle über diese Länge des Bahnsteiges zu bewältigen ist, auch mit Gepäck am Rollstuhl (Gefahr des Umkippens)? Oder hat man das wieder nur in der Theorie geplant? (auch vor dem Hintergrund das der Bahnsteig eine Neigung zur Bahnsteigmitte hin hat,denn das erschwert das Fahren ja zusätzlich)
Meines Wissens muss bei Rampen alle 6m ein Zwischenpodest eingebaut sein von 1,50m Länge, sind solche Podeste auf dem Bahnsteig eingeplant? (Musterbauordnung §50 http://www.bauordnungen.de/Musterbauordnung.pdf)
Wieviele barrierefreie Toiletten wird es geben und vor allem wo? Sind diese ohne Aufzugnutzung erreichbar?
Ein weiterer sehr wichtiger Punkt sind die geplanten Umsteigezeiten, einen konkreten Plan legte die Bahn bisher leider nicht vor es wurde aber davon gesprochen diese wären ausreichend. Auch für Rollstuhlfahrer? Von H. Leuschel wurde S21 als „ähnlich zum Bahnhof Mainz“ verglichen, dort beträgt laut Mobilitätsservice die MIINDESTumsteigezeit 20(!) Minuten, liegt die verfügbare Zeit darunter lehnt der Mobilitätsservice Hilfe ab. Beim jetzigen Bahnhof beträgt diese nur 15 Minuten.Wird es mir auch zukünftig möglich sein Anschlusszüge zu nehmen oder muss ich erst mal 30 Minuten Aufenthalt unter der Erde einplanen?
Wird es unterlaufbare Treppen bei S21 geben? Das stellt nämliich für Blinde, trotz Blindenleitsystem, eine ziemliche Gefahr dar. Gibt es für Gehörlose digitale Anzeigen mit Laufschrift die zeitgleich zur Ansage sind?
Werden die Tresen des Servicepoints eine niedirigere Stelle haben sodass auch Rollstuhlfahrer ohne Verrenkungen mit dem Personal kommunizieren können?
Wie werden die Servicezeiten des Mobilitätsservices sein? Also zu welchen Uhrzeiten können Rollstuhlfahrer überhaupt noch mit einer Einstiegshilfe rechnen?
Werden im Zuge der Zugneukäufe die wg ETCS notwendig sind endlich Züge mit fahrzeuggebundenen Einstiegshilfen angeschafft die das Personal auch bedienen darf? (das ist heute nicht immer der Fall) Vor allem auch Fernzüge die nicht mehr auf den Hublift angewiesen sind.

Ich weiß, das sind sehr viele Fragen, allerdings sind sie für mich und auch andere Behinderte alle sehr wichtig und relevant.

Freundliche Grüße

Ich kann den Text angeblich noch eine Stunde bearbeiten (wenn ich ihn denn mal finde *G*) also theoretisch könnt ihr noch schnell hier schreien wenn es noch was ganz wichtiges ist.

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Anfrage zur Barrierefreiheit bei S21

Die Bahn beantwortet bei diesem Direkt.zu Portal Anfragen der Bürger zu S21 – hab ich nur zufällig entdeckt will ich aber die ganze Zeit schon nutzen um Fragen zur Barrierefreiheit zu stellen, und mit jeder Schlichtung werden es mehr …

Das ich einen Kopfbahnhof generell barrierefreier finde – schon weil man sich nicht auf Technik verlassen muss beim Gleiswechsel – hab ich schon erwähnt, allerdings gibts bei S21 ja noch mehr Fragen … ich feile noch etwas denn die Wortanzahl ist dort nur begrenzt und momentan fehlen zB. noch Umsteigezeiten, Toiletten, Probleme f. Blinde/Gehörlose und auch die Verfügbarkeit des Mobserv – bisher sieht meine anfrage so aus (ich bin aber daran gerade am Schreiben)

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe einige Fragen zur Barrierefreiheit des S21-Projekts die in den bisherigen Schlichtungen nicht beantwortet wurden.
Es war die Rede von 5 Aufgängen pro Bahnsteig, wieviele dieser Aufgänge sind Aufzüge und wo liegen diese? Wieder nur an den Enden des Gleises? Und gibt es für Rollstuhlfahrer im Falle eines Aufzugdefektes eiine Alternativmöglichkeit um vom Gleis weg bzw. zum Gleis hin zu kommen oder ist der Rollstuhlfahrer dann auf dem Gleis gefangen ohne sich selbstständig(!) wegbewegen zu können? (auch im Falle einer Notsituation muss es ja eine aufzugunabhängige Lösung geben)
Desweiteren wird die Durchgangsbreite bei den Rolltreppen als zu eng bemängelt, ist bei der Planung die Situation eines vollen Bahnsteiges und durchfahrenden Rollstühlen berücksichtigt worden, enge Bahnsteige können da u.U. ziemlich gefährlich sein.
Wurde mal ausprobiert wie schwierig das zukünftige Gefälle für Rollstuhlfahrer ist? Laut Medienberichten entspricht der Höhenunterschied von Bahnsteigende bis -anfang etwa einem zweigeschossigen Wohnhaus, in jedem Wohnhaus müsste dafür ein Aufzug eingebaut sein für Rollstuhlfahrer, hat man das in der Planungsphase mal z.B. von Rollstuhlfahrern wirklich testen lassen ob das Gefälle über diese Länge des Bahnsteiges zu bewältigen ist, auch mit Gepäck am Rollstuhl (Gefahr des Umkippens)? Oder hat man das wieder nur in der Theorie geplant? (auch vor dem Hintergrund das der Bahnsteig eine Neigung zu den Gleisen hin hat,denn das erschwert das Fahren ja zusätzlich)
Meines Wissens muss bei Rampen alle 6m ein Zwischenpodest eingebaut sein von 1,50m Länge, sind solche Podeste auf dem Bahnsteig eingeplant? (Musterbauordnung §50 http://www.bauordnungen.de/Musterbauordnung.pdf)

Korrektur-/änderungs-/Erweiterungsvorschläge? Ich würde das gern heute abschicken daher her mit den Vorschlägen 😉

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Mindestumsteigezeiten für Rollstuhlfahrer

Der Mobilitätsservice der Bahn hat tatsächlich schon geantwortet auf meine Frage nach den Mindestumsteigezeiten.
Mainz ist ja lt. H. Leuschel fast gleichartig vom Aufbau wie S21 daher habe ich mal nach der Umsteigezeit dort gefragt und als Vergleich die beiden Kopfbahnhöfe Stuttgart und Frankfurt/Main.

Sehr geehrte Frau Theobald,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Folgende Mindestumstiegszeiten bestehen für Rollstuhlfahrer:

Frankfurt(Main)Hbf: bahnsteiggleich 6 Minuten / mit bahnsteigwechsel 15
Minuten
Mainz Hbf: bahnsteiggleich 6 Minuten / mit bahnsteigwechsel 20 Minuten
Stuttgart Hbf: bahnsteiggleich 7 Minuten / bahnsteigwechsel 15 Minuten /
vom Hbf tief zum Bahnsteig 25 Minuten

Dies bahnsteiggleichen Wechselzeiten werden mir immer ein echtes Rätsel bleiben, mir ist nie klar womit sich solch lange Umsteigezeiten rechtfertigen. (ich brauch ne halbe Minute um 1mal über den Bahnsteig zu fahren, warum die Bahn dann 5,5 plant um mich einzuladen verstehen wohl nur sie)

Aus einer früheren Anfrage hier noch die Zeiten für Saarbrücken, Heidelberg, Mannheim, Darmstadt:

Die Umstiegszeiten auf den Bahnhöfen sind wie folgt:

Darmstadt Hbf:
bahnsteiggleich für Rollstuhlfahrer 5 Minuten
bahnsteigwechsel für Rollstuhlfahrer 20 Minuten

Heidelberg Hbf:
keine geforderten Mindestumstiegszeiten

Mannheim Hbf:
bahnsteiggleich für Rollstuhlfahrer 4 Minuten
bahnsteigwechsel für Rollstuhlfahrer 10 Minuten

Saarbrücken Hbf:
bahnsteiggleich für Rollstuhlfahrer 6 Minuten
bahnsteigwechsel für Rollstuhlfahrer 10 Minuten

Kaiserslautern Hbf:
bahnsteiggleich für Rollstuhlfahrer 6 Minuten
bahnsteigwechsel für Rollstuhlfahrer 10 Minuten

Auffallend ist das die Bahnhöfe mit den ÜBERführungen (Mainz & Darmstadt) deutlich längere Umsteigezeiten haben.

Diese Umsteigezeiten (die ja Minimum sind) bedeuten für Rollstuhlfahrer dass sie sich nur Verbindungen suchen dürfen die diese Zeiten auch gewährleisten, sonst sagt die Bahn man könne den Rollstuhl dort nicht umsteigen lassen und die Sache ist für die Bahn erledigt.

Wenn die Bahn nun also für Fußgänger von einer Mindestumsteigezeit von nur 8(!) Minuten plant weil das so festgelegt wurde von irgendwem und für Rollstuhlfahrer werden 20(!) verlangt kann der Rollstuhlfahrer wohl froh sein wenn er überhaupt den übernächsten Zug erwischen kann. Somit ist die Wischiwaschi-antwort auf die konkrete Frage von H. Geißler dass es geht weil ja der Mobilitätsservice hilft schlicht falsch!!

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Liebe Bahn,

… als interessierter Bürger verfolge ich die Schlichtungsgespräche zu Stuttgart 21.
Heute stellte Herr Geißler dann für mich DIE Fragen aller Fragen (ja, ich weiß – rein persönliche Motive 😉 )

Heißt das Rollstuhlfahrer müssen gleich den übernächsten Zug nehmen weil sie den nächsten nicht erwischen?

Der Mann von der Bahn dessen Name ich nicht gehört hab (und nicht gesehen weil anderes Fenster im Vordergrund, es war aber glaub ich der Herr Leuschel) stockte deutlich und musste erst sichtbar seine Gedanken sortieren, Treffer versenkt Herr Geißler. Dann sagte er „Unsere …. moobiilitäätseingeschränkten Reisende …. ….. können natürlich umsteigen, es gibt an jedem Gleis Aufzüge … und das klappt auch heute schon, wir haben da … den Mobilitätsservice … und wenn man sich da vorher anmeldet dann klappt das auch“

Äh ja … Frage von Herrn Geißler nicht beantwortet … laut dem Herrn von der Bahn ist die Mindestumsteigezeit für „Läufer“ 8 Minuten wie er 2 Sätze vorher sagte …

Die von der Bahn und ihrem Mobilitätsservice je nach Bahnhof festgelegten Mindestumsteigezeiten liegen bei einem Bahnsteigwechsel nach meiner Erfahrung zwischen 10 und 20(!) Minuten. Hat man also eine Verbindung die nur 9 Minuten Umsteigezeit erlaubt dann sagt die Bahn „nein, da können Sie nicht umsteigen“ – das bedeutet man kann erst den danach folgenden Zug nehmen – das ist auch heute schon Realität auf Durchgangsbahnhöfen.

Die ach so gepriesene Anmeldung beim Mobilitätsservice muss mindestens(!) 24h VOR der geplanten Reise erfolgen (und die Reise darf auch nur an Bahnhöfe gehen an denen schon Rotkäppchen stationiert sind, andere Bahnhöfe sind für Rollstuhlfahrer nicht erreichbar), meldet man sich nicht rechtzeitig an (für Fahrten am Montag muss das also bis spätestens Samstag 15 Uhr passeiren) dann nimmt die Bahn einen nicht mit weil man nicht angemeldet ist, auch wenn man deutlich vor der Zugabfahrt am Bahnhof ist.
Wenn man Glück hat und lange diskutiert dann kann man evtl. auch noch in den Zug, aber nur wenn der Servicepoint gerade gnädig ist.

Und das betrifft alle Züge in die man nicht selbstständig einsteigen kann, also den Regional- und Fernverkehr und auch eigentlich die meisten :/.

ich habe die Bahn nun mal gefragt wie die Mindestumsteigezeiten für Stuttgart Hbf, Frankfurt/Main Hbf und Mainz Hbf (lt Aussage des Bahners wäre der Aufbau des neuen Tiefbahnhofs ähnlich wie in Mainz) aussehen.

Nur mal so als Vergleich: In der Schweiz meldet sich der Rollstuhlfahrer 1 Stunde(!) (auf manchen Bahnhöfen auch 2 Stunden) vorher telefonisch an und darf dann fahren, die Deutsche Bahn braucht mindestens 24 Stunden.
Die Telefonnummer zur Anmeldung der Reise ist in der Schweiz kostenlos, in Deutschland zahlt man 14cent pro Minute.
Die Mobilitätszentrale der Schweiz hat von 6 Uhr – 22 Uhr geöffnet und ermöglicht an manchen Bahnhöfen/Linien Umstiege bis 24 Uhr.
Die deutsche Mobilitätsservicezentrale ist telefonisch von 8-20 Uhr erreichbar (Samstag 8-16 Uhr) und Hilfe am Bahnhof wird meiner Erfahrung nach so bis 20-21 Uhr gewährt unabhängig von den Linien.

Zu der Aussage des Bahnmenschen, dass das Umsteigen immer klappt, wenn man angemeldet ist kann ich nur sagen, dass ich bei 2 von 3 Fahrten nach Frankfurt Anfang Oktober nach Halt des Zuges jeweils 10-15 Minuten im Zug stand weil die Rotkäppchen mich entweder völlig vergaßen oder aber an den alten Zug (mit 3-4 steilen Stufen an allen Türen) ohne den Hublift kamen. Und ich war ordnungsgemäß angemeldet (für die Fahrt am Freitag morgen am Mittwoch Abend angemeldet) und hatte auch angemeldet dass ich einen Hublift benötige.
Soviel zum Thema „das klappt immer“.
Jeden Anschlusszug hätte ich gnadenlos verpasst, denn das Ausladen dauerte ja nochmals mehre Minuten.

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Man kann es gar nicht oft genug sagen

Via Twitter stolperte ich über einen Artikel bzgl. des „Tag des weißen Stockes“ am 15.10. und dort waren laut Überschrift Tipps im Umgang mit Blinden angekündigt – und als allererster Tipp steht da:

Ganz wichtig: Hilfe immer erst mündlich anbieten und dann leisten

Und in mir schreit alles JAAAAA – und bitte bitte bei ALLEN Behinderten nicht nur bei Blinden! Alte Omas zerrt ihr auch nicht einfach so über die Straße nur weil sie vielleicht vor dem Zebrastreifen stehen blieben. Es gibt also auch GAR KEINEN Grund Rollstuhlfahrer einfach so und ohne jegliche Ansprache plötzlich zu schieben, ehrlich nicht!

Und ebenso wichtig, bitte akzeptiert auch dass/wenn man keine Hilfe benötigt. Falls ihr euch dabei unwohl fühlt dann bleibt von mir aus noch in der Nähe stehen aber lasst eure Finger bitte vom Rollstuhl – außer ihr seht da ist jmd in einer akuten Notsituation.

Ich möchte euch auch Beispiele geben vielleicht dient das der Nachvollziehbarkeit.
Ich schiebe gelegentlich meinen Rollstuhl selbst in den Bus, weil es schneller geht oder weil es mir besonders wichtig ist gerade diesen Bus zu erreichen (denn auf die Rampen ist nicht unbedingt Verlass).
Ich, mein Rollstuhl und der Türgriff sind ein stabiles System – ich stehe zwar krumm aber ich fale nicht um oder stolpere. Merkwürdigerweise sind die Menschen beim Einsteigen sehr viel eher bereit ein „Nein, danke“ zu akzeptieren, dabei ist es für mich beim Aussteigen viel gefährlicher wenn sie das eben nicht tun.
Das Aussteigen läuft so ab:
Ich schiebe den Rolli zur Tür (wenn der Bus steht), kippe ihn nach hinten auf seine großen Räder und lasse ihn runterrollen, dabei stehe ich stabil weil ich mich ja am Rollstuhl festhalte und der mit den Rädern fest auf dem Untergrund ist, steht der Rollstuhl dann auf dem Boden halte ich mich am Griff und an der Tür fest und steige selbst aus.
Hilfe ist dabei, sofern der Bus keine wirkliche Stufe hat (bei mehreren könnte ich schon gar nicht alleiine Einsteigen), völlig unnötig. Wenn jetzt jemand weil er mir mein „nein danke, es geht“ nicht glaubt an den Rollstuhl greift dann weiß er meist schon gar nicht wo er ihn anfassen soll und die wenigstens greifen dann wenigstens an beide Seiten.
Greift man nur an eine Seite ist mein Rollstuhl/ich/tür System aber nicht mehr stabil denn auf einer Seite steht das Rad nicht mehr auf dem Untergrund und damit hängt der Rollstuhl in der Luft und bringt mich damit ins Wackeln und erschwert mir erheblich den Rollstuhl zügig und problemlos aus dem Bus zu schieben, denn ich müsste ihn dann schon mehr rausheben und das kann ich nicht. Ich habe eh Probleme mit dem Gleichgewicht und wenn dann noch jemand an dem Teil rumwackelt durch das ich mir das Gleichgewicht gerade hole ist das für mich wirklich schwierig.
Getoppt wird das nur noch von Leuten die den Rollstuhl – am besten an einer Seite – anfassen und ihn gleichzeitig noch nach vorne ziehen, Leute damit zieht ihr mich nach vorne und bringt mich wenn ich nicht schnell genug loslasse und zum Türgriff greifen kann in Gefahr aus dem Bus zu fallen!! Und beide Hände loslassen darf ich ja gar nicht sonst fällt mein Rollstuhl unkontrolliert irgendwie aus dem Bus. Das tut weder euch noch meinem Rollstuhl gut.

Das ist verdammt nochmal gefährlich!! Für mich, für euch und auch für meinen Rollstuhl.
Und dann erwartet ihr noch dass ich mich bedanke obwohl ihr mir gerade mein Leben erschwert habt und mich dabei u.U. in Gefahr gebracht habt. Ja, ihr habt es sicher nur gut/nett gemeint, aber gut gemeint ist eben nicht immer gut gemacht.

Und bitte helft mir nicht ohne Absprache/Ansprache beim Bordsteinhochfahren oder beim in den Bus einsteigen über die Rampe – beide Male muss ich den Rollstuhl kippen um die Vorderräder hochzukriegen, das kann ich und ich weiß wie leicht mein Rollstuhl kippt und wie weit er das darf. Ich muss dazu eine bestimmte Menge Kraft aufwenden und mit dem Körper ausgleichen wenn er mehr oder weniger kippen soll. Wenn ihr da plötzlich hinten an die Griffe geht und mich noch mehr kippt kommt eure Kraft noch dazu und für mich entsteht der Eindruck nach hinten umzufallen – und das könnte auch passieren wenn ihr das nicht schnell genug versteht und/oder ich es nicht schnell genug durch ruckartiges nach vorne werfen ausgleichen kann.
Noch schwieriger wird das ganze wenn ich einen Rucksack/Einkäufe am Rollstuhl hab und das Gewicht eh schon nach hinten zieht, dann benötigt es oft nur minimalen Druck um den Rollstuhl umkippen zu lassen.
Ich weiß das, ihr könnt das aber gar nicht abschätzen und könnt mich dann ganz versehentlich umwerfen.

ich mag es auch nicht wenn ich da so meines Weges fahre und plötzlich und ohne ein Wort zu sagen schiebt einer von hinten – ich schiebe euch auch nicht wortlos durch die Gegend!

Ihr könnt helfen, wenn das nötig ist – aber bitte fragt vorher!! Dann kann ich euch sagen was ihr tun sollt und weiß Bescheid.

Wann ihr helfen SOLLT? Es wäre super nett wenn ihr helft wenn ihr seht das ich umgekippt auf der Straße liege, dann braucht ihr auch nicht fragen ob ihr sollt sondern könnt mich einfach wieder auf meine Räder stellen, denn ich kann es alleine nicht.
Und wenn ihr jetzt denkt das passiert nicht, doch, es ist mir schon passiert – die Einkäufe hintendran einen Moment unterschätzt und einen abgeflachten Bordstein runtergefahren und in dem Moment als die Hinterräder aufsetzten angetrieben und dann in Zeitlupe auf der stark befahrenen Straße umgekippt. Kommt selten vor, aber naja dumm gelaufen … Läufern bricht ja auch mal ein Absatz ab…

Wann ihr auch helfen sollt: Wenn ihr seht ich stehe auf einem Gleisübergang und bewege mich nicht und die Bahn kommt – in manchen Städten sind die Straßen-/Gleisverhältnisse so schlecht das man ab und an mal stecken bleibt – aber bitte FRAGT bevor ihr was tut oder sagt zumindest einen Ton, denn es ist wahrscheinlich das ich gerade ebenfalls versuche meinen Rollstuhl zu kippen.

Fragen könnt ihr auch gerne, wenn ich einen Berg hochfahre oder mich mit einem Bordstein abmühe, ich sage euch dann schon ob ich das schaffe – manches Mal werde ich eure Hilfe aber auch annehmen 😉

Und bitte fühlt euch nicht gekränkt wenn ich eure Hilfe ablehne, das geht nicht gegen euch sondern hängt evtl damit zusammen das ich Dinge alleine besser kann (wie zB aus dem Bus ohne Stufe aussteigen) oder eben DASS ich sie eben kann. Selbstständigkeit ist ein hohes und wichtiges Gut und Dinge selbst zu tun ist etwas völlig normales.
Wärt ihr mit eurem Fahrrad unterwegs und ich käme zu euch, würde mir euer Fahrrad schnappen und sagen „Ich fahr/schieb es dir“ wärt ihr auch eher genervt als dankbar, erst Recht wenn ich es wortlos an mich nehme.

Wenn ihr mich im Supermarkt vor einem Regal stehen und hochschauen seht dann kann es sein das ich versuche zu entziffern was da steht oder aber ich will vielleicht tatsächlich was von da oben, wenn ihr fragt ob ihr mir was geben sollt dann rechnet also auch mit einem „Nein, danke ich kuck nur“ und murmelt dann nicht ein „ich wollt ja nur helfen“ in euern Bart und seit irgendwie angegriffen weil ich eure Hilfe nicht brauchte.
(das könnt ihr natürlich auch auf andere Situationen beziehen)

Und wenn ihr mich, zB nachdem ich meinen Rollstuhl über Gleisen schob, in den Rollstuhl einsteigen seht dann bitte lasst auch eure Finger weg und greift nicht ungefragt an die Griffe mit der Intention mir den Rollstuhl festzuhalten. Ich halte mir den selbst fest (ja, ich kann auch einsteigen während die Bremsen offen sind) und wenn ihr da durch das Anfassen der Griffe die Position verändert dann kann ich sehr unsanft auf dem Boden landen. (ja, auch das passierte mir beinahe)

Sollte ich eure Hilfe einmal ablehnen und ihr seht dann aber, dass ich doch welche brauche z.B. bei einer Gleisüberquerung bei der ich doch in irgendeinem dummen Loch stecken blieb, dann wäre es nett wenn ihr nochmal kommt und mir helft und das vielleicht ohne dass ihr mir ewig erklärt dass ihr euch das ja gleich gedacht habt und ich ja jetzt sehen würde das ich eure Hilfe brauche.
Das dürfte aber selten vorkommen, denn eigentlich weiß ich um meine Fähigkeiten und Defizite.

Und bitte: Diskutiert nicht mit mir ob ich auch wirklich(!) keine Hilfe brauche, ich überlege mir meine Antworten normalerweise sehr gut und möchte nicht darüber diskutieren müssen

Und redet bitte einfach mit mir, ich spreche eure Sprache und antworte euch auch.
Und vergesst bitte nicht, ich bin nur ein normaler Mensch, das heißt auch ich hab mal einen schlechten Tag, noch keinen Kaffee getrunken, mich gerade über jemanden/etwas geärgert etc es kann also auch mal vorkommen das ich euch nur kurz und knapp oder auch mal etwas ruppig antworte, ihr müsst dann nicht denken das alle Rollstuhlfahrerinnen unfreundliche Nüsse sind sondern einfach dass ich gerade eben (entgegen meiner sonstigen Natur) unfreundlich war aus irgendeinem ganz normalen Grund.

Besonders leicht ruppig werde ich übrigens wenn Rollstuhlplätze blockiert sind und die Bahn/der Bus gleich losfährt und das für mich bedeuten würde eine Runde durch den Bus/die Bahn zu rutschen. Dann halte ich mich auch mal nicht mit sehr vielen Floskeln auf sondern es zählt nur zu einem sicheren Stellplatz zu kommen, weil es sonst für mich gefährlich sein könnte.

Ich schätze es zum Beispiel nicht wenn ich unmittelbar vor der Frontscheibe des Busses stehe und Menschen nur zu faul sind mir in dem (leider) schmalen Gang Platz zu machen damit ich zu dem Stellplatz komme. Busfahrer haben manches Mal abenteuerliche Fahrstile und für eine weitere Fahrt ist das mir schlicht zu gefährlich dort, ich will am Ende noch aussteigen können ohne mir meine Zähne bei einem Bremsmanöver an der Metallstange im Durchgang ausgeschlagen zu haben (die ist da nämlich in der Nähe meines Kopfes).
Wenn ich darum bitte dass man mich durchlässt meine ich das also auch so und dann braucht ihr nicht sagen „Wollen Sie da wirklich durch? Sie können doch auch hier stehen bleiben“ – ich könnte das theoretisch, einfach weiel meine Räder dort Platz haben, aber eigentlich ist das viel zu gefählich, für mich und für euch denn wenn ich bei Brems-/Gasgebaktionen umkippe dann treffe ich auch euch.

Ja, dann kann ich unfreundlich werden, schon wei mein Kopf eigentlich mit den wichtigen Dingen beschäftigt ist wie z.B. nicht umkippen, nicht rutschen und mein Ziel ist einen sicheren Platz zu erreichen in sehr begrenzter Zeit – das Fahren in einem fahrenden Bus ist nämlich ein bisschen anstrengender als im stehenden.
Da könnt ihr euch dann hinterher auch über den unfreundlichen Rollstuhlfahrer auslassen, ich wäre freundlich geblieben wenn ihr mir nicht hättet erklären wollen was ich bestimmt kann und mir dadurch die Situation erheblich erschwert hättet.

ich bin eigentlich immer höflich, das gehört sich so – aber ich muss es nicht immer sein, das ist etwas normales und auch mein Tag kann mal beschissen sein – ob ich es dann bleibe hängt aber auch von euch ab.
Ich bedanke mich im Normalfall auch immer (auch wenn mir jemand die Kaufhaustür aufhält) gehe aber immer mehr dazu über das bei Hilfe die mir nichts half zu unterlassen.

Man darf mir auch gerne Fragen stellen und man muss auch seine Kinder nicht von mir wegzerren nur weil sie neugierig sind, allerdings kommt es auch durchaus vor das ich mal in Eile bin und keine Zeit habe weil die Uni ruft oder so.

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