Archiv der Kategorie: Alltag

Da hab ich wohl Glück gehabt

Der Beitrag von Christiane zeigte mir, dass ich damals wohl Glück gehabt hab bei meiner Flugreise über einen französischen Flughafen 😉 und dass die Nichtkontrolle wohl in Frankreich Methode hat.

Ich weiß die Jahreszahl nicht mehr genau, aber entweder Dezember 2005 oder 2006, ich wollte nach Miami fliegen über Charles-de-Gaulle in Paris. Meine erste Flugreise so mit umsteigen und ganz alleine. Damals war ich noch laufend unterwegs und so hatte ich nur Assistenz mit einem Flughafenrolli gebucht, denn die Wege zum Gate würden zu Fuß einfach viel zu lange dauern (und wären echt anstrengend).
Abflug FFM und ich wurde eher rudimentär gecheckt (immerhin mit Handchecker bis zur Wade) vom Sicherheitspersonal, aber es sollte ja auch „nur“ bis CDG gehen.
In Paris musste ich dann das Terminal wechseln, aber bis ich aus dem Terminal raus war dauerte ja schon denn die Assistenz hatte viiiiel Zeit und sah sich nicht genötigt ihre privatgespräche mit Hinz und Kunz einzustellen oder auch nur mal einen Schritt schneller zu gehen. Plötzlich parkte man mich einfach in der Nähe eines Ausgangs und entfernte sich kommentarlos und zügig, ich stand da und wartete auf weiß der Geier was … ich überlegte schon die passenden franz. Flüche in meinem schon übermüdetem Hirn (ich war ja seit nachts um 3 unterwegs und hatte davor gar nicht erst geschlafen und es war immerhin schon etwa 11 Uhr morgens) … dann kam von draußen ein Franzose der mich ebenso wortkarg nach draußen schob, mich fragte ob ich aufstehen könne und mich in einen Kleinbus steigen ließ. Den rollstuhl ließ er stehen. Dann stieg er in den Bus und fuhr gaaaaaaanz langsam ca 2 Minuten zum nächsten Terminal. (laufen/schieben wäre echt schneller gewesen)
Dort musste man (natürlich) auf einen neuen Rollstuhl warten, mittlerweile wurde auch die Zeit knapp, schließlich musste ich ja noch durch den Sicherheitscheck und es ging ja nach Amerika.
Als der Rollstuhl endlich da war zeigten sowohl meine Uhr, als auch der Tonfall der Angestellten, dass es jetzt aber wirklich Zeit wurde denn das Boarden sollte in etwa 15 Minuten beginnen.
Sie ging dann immerhin einen kleinen Schritt schneller – aber der Weg war weit … und dann kamen wir irgendwann endlich an der Sicherheitskontrolle an. Ich wollte gerade ansetzen zu sagen das ich otrhopädisches Schuhwerk trage (in dem Metall drin ist!) da war ich auch schon durch den Metalldetektor durchgeschoben, piepsend natürllich. Interessierte aber keinen man rief mir ein „bon voyage“ hinterher… ich weiß noch das ich dachte „wow, das sind also die ach so genauen Sicherheitschecks wenn man nach Amerika fliegt und das an einem großen und wichtigen Flughafen wie Paris Charles-de-gaulle“.
Ich kam also ohne dass auch nur der Versuch irgendeiner Kontrolle gemacht wurde in ein Flugzeug das nach Miami flog. Von der nicht vorhandenen Freundlichkeit der Franzosen muss man da gar nicht mehr reden …

in Amerika war man dann sehr viel freundlicher und bemühter, auch wenn xmal fragen ob alles okay ist irgendwann nerven kann 😉

Dann ging mein Rückflug am 30.12., ich sollte also logischerweise am 31. in FFM landen und wollte von dort mit dem Zug weiter.
Schon beim Check-In wurde ich darauf hingewiesen, dass ich besser zügig losgehe (obwohl noch einiges an Zeit war) wg. dem Security Check, die Assistenz schob mich also im Affenzahn weg von der Freundin so dass ich mich nur gerade so noch verabschieden konnte. Dann kam ich zur Kontrolle, die waren ja auf dem Hinflug eher lasch und ich dachte das wäre ja auf dem Rückflug sicher nicht viel anders … Pustekuchen … Miami zeigte mir was genaue Kontrollen sind …
Natürlich piepste der Metalldetektor, der Rollstuhl und mein Schuh haben ja Metall, ich sagte auch das mein Schuh Metall hat und nach sehr gründlichem Abtasten (sogar in den winzigen möchtegerntaschen der Jeans wurde gefühlt!9 und dem Auseinanderpulen meines Haargummis(!) musste ich die Schuhe ausziehen. Ich trage normale Schuhe und dann zur Stabilisierung meiner Füße noch einen höheren Schuh aus Leder (der schon so kaputt war das man das Metall in der Sohle sogar sehen konnte). Ich zog nur meinen normalen Schuh und den Strumpf über dem Innenschuh aus. Schuhe und Strümpfe(!) wurden dann weggetragen und nachdem diese sich offenbar als clean rausstellten wurde ich noch gefragt ob ich bereit wäre meinen Innenschuh auszuziehen. Das war ich nicht, denn das dauert bis ich die beide wieder an hab und mittlerweile war die Zeit ganz schön fortgeschritten… Ich habe allerdings vorher gefragt was passiert wenn ich nein sage. Da man dann nur einen andern Test machen wollte verweigerte ich also das Ausziehen. Also kam nur der Wattebausch für den Staubtest zum Einsatz.
Dann hieß es hurtig wieder alles anziehen denn die Assistenz murmelte schon was von „hurry up“ …

Beim Anflug auf Paris war das Flugzeug schon so sehr verspätet, dass nur noch etwa 15 Minuten bis zum Abflug nach FFM waren bevor es überhaupt gelandet war.
Und natürlich war dann keine Assistenz zu sehen … und es dauerte ewig bis das Flugzeug leer war (Behinderte gehen ja als letztes raus).
Die Stewardess erkundigte sich dann nach meinen Weiterflugdaten und bekam einen leicht erschrockenen Gesichtsausdruck – super, danke hilft mir echt dran zu glauben dass der Weiterflug klappt.
Die Assistenz kam dann irgendwann und das Spiel war das Gleiche wie beim Hinflug, recht gemütliche Gangart, Schweigen im Walde, Umsteigen in den Kleinbus… beim Aussteigen dort wurde der Fahrer dann zur dortigen Assistenz etwas lauter und aufgeregter allerdings ließen mich beide dann (mal wieder) stehen und gingen irgendwohin und der Fahrer wurde ruhiger… als der auf dem Weg zu seinem Bus war sprach ich ihn an doch er sagte nur ich solle warten (mein Flieger sollte jeden Moment starten).
Wo die Assistenz hin war hatte ich nicht gesehen, fahren konnte ich selbst kaum in dem Rollstuhl und wo ich hin mussste wusste ich auch nicht – also warten…. nach gefühlten Ewigkeiten kam die Assistenz dann wieder angezockelt (gaaaaaanz laaaangsaaaaam) und ließ sich dann endlich dazu herab mir mitzuteilen, dass mein Flug wg. Schneefalls gecancelt wurde ich aber gaaaaaaaanz bestimmt mit dem nächsten – der gaaaaanz sicher fliegen würde – mit könnte.
Man parkte mich (ohne Rollstuhl) bei so einem Essenkaufding, drückte mir 1 Gutschein für 1 Brötchen und was zu trinken in die Hand und sagte man käme wieder … (ich sah mich schon Silvester am Pariser Flughafen sitzen)
Zu meinem Erstaunen passierte das sogar und der Flieger flog. Auch dieses Mal gab es quasi keine Kontrolle, ich glaube man fühlte immerhin von unterhalb meines BHs bis über dem Hosenbund…

Als ich 2 oder 3 Jahre später erneut in die USA fliegen wollte (diesmal nach San Francisco) war für mich aber klar das es nicht über Frankreich gehen wird, Unfreundlichkeit gepaart mit Unorganisiertheit und Langsamkeit kann ich nicht brauchen bei einer Reise.

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Anfrage zur Barrierefreiheit bei S21 III

Tja, nachdem der Beitrag moderiert werden musste erhielt ich eben die Mail das mein Beitrag nicht online gestellt wird weil die Fragen bereits beantwortet würden in 2 Beiträgen – zu finden hier und hier.

Naja, vielleicht bin ich einfach zu überzeugt das meine Anfrage anders ist, schon weil sie zB viel detaillierter ist – nun denn offenbar ist sie es nicht.
Schade, prinzipiell fand ich diese DirektZu Idee gut, so macht sie aber keinen Sinn irgendwie.

Nun denn, weiß jemand EMail-Adressen der Verantwortlichen? Dann frag ich eben so an… denn Antworten auf meine Fragen erwarte ich mir von den genannten Beiträgen nicht.

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Darwin Award beim Brownie backen

Jo, ich würd mal sagen den Darwin Award hätte ich schon auch verdient, auch wenn ich ja immerhin nicht ums Leben kam – zumindest das Tippen fühlt sich ja noch sehr lebendig an 😉

Ich hatte bei Juchem bzw beim Schlauer backen – Blog ein Paket mit Backmischhungen gewonnen, die durfte ich mir selbst zusammenstellen und da war es ja quasi Pflicht alles schokoladige mal auszuprobieren. 😉 Denn obwohl ich etwa 22 Jahre in dem Ort wohnte in dem Juchem sitzt und sogar in unmittelbarer Nähe mal mein Schulpraktikum machte (ja, damals in Klasse 9 …) und die Schaumküsse von Juchem immer lecker fand, so hatte ich noch nie eine Backmischung in den Fingern gehabt.

Da ich weiß das ich eher zu den DAUs gehöre was kochen und auch backen angeht war ich sehr gespannt auf die DAUtauglichkeit ;).

Der erste Versuch war Sonnenblumenkernbrot, das war etwas verkrüppelt weil ich dachte meine Kastenform sei kleiner als die normalen und dann zu wenig Teig hatte als ich feststellte dass sie normale Größe hat -> typisch für mich 😉
Das Brot war aber lecker.

Der 2. Versuch sollte nun die Browniebackmischung werden, spontan mitten in der Nacht beschlossen denn es sollte nur wenig Aufwand sein. Eier, geschmolzene Butter und Backmischung zusammenrühren, Ofen vorheizen, Backform falten (war nämlich schon eine in der Packung) und 25 min in den Ofen packen.
Klang fast zu simpel um wahr zu sein;)

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Mindestumsteigezeiten für Rollstuhlfahrer

Der Mobilitätsservice der Bahn hat tatsächlich schon geantwortet auf meine Frage nach den Mindestumsteigezeiten.
Mainz ist ja lt. H. Leuschel fast gleichartig vom Aufbau wie S21 daher habe ich mal nach der Umsteigezeit dort gefragt und als Vergleich die beiden Kopfbahnhöfe Stuttgart und Frankfurt/Main.

Sehr geehrte Frau Theobald,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Folgende Mindestumstiegszeiten bestehen für Rollstuhlfahrer:

Frankfurt(Main)Hbf: bahnsteiggleich 6 Minuten / mit bahnsteigwechsel 15
Minuten
Mainz Hbf: bahnsteiggleich 6 Minuten / mit bahnsteigwechsel 20 Minuten
Stuttgart Hbf: bahnsteiggleich 7 Minuten / bahnsteigwechsel 15 Minuten /
vom Hbf tief zum Bahnsteig 25 Minuten

Dies bahnsteiggleichen Wechselzeiten werden mir immer ein echtes Rätsel bleiben, mir ist nie klar womit sich solch lange Umsteigezeiten rechtfertigen. (ich brauch ne halbe Minute um 1mal über den Bahnsteig zu fahren, warum die Bahn dann 5,5 plant um mich einzuladen verstehen wohl nur sie)

Aus einer früheren Anfrage hier noch die Zeiten für Saarbrücken, Heidelberg, Mannheim, Darmstadt:

Die Umstiegszeiten auf den Bahnhöfen sind wie folgt:

Darmstadt Hbf:
bahnsteiggleich für Rollstuhlfahrer 5 Minuten
bahnsteigwechsel für Rollstuhlfahrer 20 Minuten

Heidelberg Hbf:
keine geforderten Mindestumstiegszeiten

Mannheim Hbf:
bahnsteiggleich für Rollstuhlfahrer 4 Minuten
bahnsteigwechsel für Rollstuhlfahrer 10 Minuten

Saarbrücken Hbf:
bahnsteiggleich für Rollstuhlfahrer 6 Minuten
bahnsteigwechsel für Rollstuhlfahrer 10 Minuten

Kaiserslautern Hbf:
bahnsteiggleich für Rollstuhlfahrer 6 Minuten
bahnsteigwechsel für Rollstuhlfahrer 10 Minuten

Auffallend ist das die Bahnhöfe mit den ÜBERführungen (Mainz & Darmstadt) deutlich längere Umsteigezeiten haben.

Diese Umsteigezeiten (die ja Minimum sind) bedeuten für Rollstuhlfahrer dass sie sich nur Verbindungen suchen dürfen die diese Zeiten auch gewährleisten, sonst sagt die Bahn man könne den Rollstuhl dort nicht umsteigen lassen und die Sache ist für die Bahn erledigt.

Wenn die Bahn nun also für Fußgänger von einer Mindestumsteigezeit von nur 8(!) Minuten plant weil das so festgelegt wurde von irgendwem und für Rollstuhlfahrer werden 20(!) verlangt kann der Rollstuhlfahrer wohl froh sein wenn er überhaupt den übernächsten Zug erwischen kann. Somit ist die Wischiwaschi-antwort auf die konkrete Frage von H. Geißler dass es geht weil ja der Mobilitätsservice hilft schlicht falsch!!

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Liebe Bahn,

… als interessierter Bürger verfolge ich die Schlichtungsgespräche zu Stuttgart 21.
Heute stellte Herr Geißler dann für mich DIE Fragen aller Fragen (ja, ich weiß – rein persönliche Motive 😉 )

Heißt das Rollstuhlfahrer müssen gleich den übernächsten Zug nehmen weil sie den nächsten nicht erwischen?

Der Mann von der Bahn dessen Name ich nicht gehört hab (und nicht gesehen weil anderes Fenster im Vordergrund, es war aber glaub ich der Herr Leuschel) stockte deutlich und musste erst sichtbar seine Gedanken sortieren, Treffer versenkt Herr Geißler. Dann sagte er „Unsere …. moobiilitäätseingeschränkten Reisende …. ….. können natürlich umsteigen, es gibt an jedem Gleis Aufzüge … und das klappt auch heute schon, wir haben da … den Mobilitätsservice … und wenn man sich da vorher anmeldet dann klappt das auch“

Äh ja … Frage von Herrn Geißler nicht beantwortet … laut dem Herrn von der Bahn ist die Mindestumsteigezeit für „Läufer“ 8 Minuten wie er 2 Sätze vorher sagte …

Die von der Bahn und ihrem Mobilitätsservice je nach Bahnhof festgelegten Mindestumsteigezeiten liegen bei einem Bahnsteigwechsel nach meiner Erfahrung zwischen 10 und 20(!) Minuten. Hat man also eine Verbindung die nur 9 Minuten Umsteigezeit erlaubt dann sagt die Bahn „nein, da können Sie nicht umsteigen“ – das bedeutet man kann erst den danach folgenden Zug nehmen – das ist auch heute schon Realität auf Durchgangsbahnhöfen.

Die ach so gepriesene Anmeldung beim Mobilitätsservice muss mindestens(!) 24h VOR der geplanten Reise erfolgen (und die Reise darf auch nur an Bahnhöfe gehen an denen schon Rotkäppchen stationiert sind, andere Bahnhöfe sind für Rollstuhlfahrer nicht erreichbar), meldet man sich nicht rechtzeitig an (für Fahrten am Montag muss das also bis spätestens Samstag 15 Uhr passeiren) dann nimmt die Bahn einen nicht mit weil man nicht angemeldet ist, auch wenn man deutlich vor der Zugabfahrt am Bahnhof ist.
Wenn man Glück hat und lange diskutiert dann kann man evtl. auch noch in den Zug, aber nur wenn der Servicepoint gerade gnädig ist.

Und das betrifft alle Züge in die man nicht selbstständig einsteigen kann, also den Regional- und Fernverkehr und auch eigentlich die meisten :/.

ich habe die Bahn nun mal gefragt wie die Mindestumsteigezeiten für Stuttgart Hbf, Frankfurt/Main Hbf und Mainz Hbf (lt Aussage des Bahners wäre der Aufbau des neuen Tiefbahnhofs ähnlich wie in Mainz) aussehen.

Nur mal so als Vergleich: In der Schweiz meldet sich der Rollstuhlfahrer 1 Stunde(!) (auf manchen Bahnhöfen auch 2 Stunden) vorher telefonisch an und darf dann fahren, die Deutsche Bahn braucht mindestens 24 Stunden.
Die Telefonnummer zur Anmeldung der Reise ist in der Schweiz kostenlos, in Deutschland zahlt man 14cent pro Minute.
Die Mobilitätszentrale der Schweiz hat von 6 Uhr – 22 Uhr geöffnet und ermöglicht an manchen Bahnhöfen/Linien Umstiege bis 24 Uhr.
Die deutsche Mobilitätsservicezentrale ist telefonisch von 8-20 Uhr erreichbar (Samstag 8-16 Uhr) und Hilfe am Bahnhof wird meiner Erfahrung nach so bis 20-21 Uhr gewährt unabhängig von den Linien.

Zu der Aussage des Bahnmenschen, dass das Umsteigen immer klappt, wenn man angemeldet ist kann ich nur sagen, dass ich bei 2 von 3 Fahrten nach Frankfurt Anfang Oktober nach Halt des Zuges jeweils 10-15 Minuten im Zug stand weil die Rotkäppchen mich entweder völlig vergaßen oder aber an den alten Zug (mit 3-4 steilen Stufen an allen Türen) ohne den Hublift kamen. Und ich war ordnungsgemäß angemeldet (für die Fahrt am Freitag morgen am Mittwoch Abend angemeldet) und hatte auch angemeldet dass ich einen Hublift benötige.
Soviel zum Thema „das klappt immer“.
Jeden Anschlusszug hätte ich gnadenlos verpasst, denn das Ausladen dauerte ja nochmals mehre Minuten.

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Liebe Grünen,

… eigentlich hattet ihr meine Stimme für die Landtagswahl 2011 in BaWü sicher, denn die SPD präsentiert sich in vielen Kleinigkeiten bzgl. S21 nicht so wie ich das haben wollen würde um sie zu wählen.
Ich bin eher ein Wechselwähler, bisher habe ich wohl bei jeder Wahl an der ich teilnehmen durfte anders gewählt – immer so wie es gerade am Besten schien und dabei fiel meine Wahl bisher nie auf CDU oder FDP, aber auch solch kleine Parteien wie die Piraten bekamen meine Stimme schon einmal.

Heute habt ihr im Landtag für Furore gesorgt in dem ihr euch zur Abstimmung über den Volksentscheid enthalten habt – IHR die Partei die den lautstark fordert.

Und ja ich habe eure Erklärung dazu gelesen und ich habe auch den Originalantrag der SPD dazu gelesen und ich verstehe eure Argumentation, ich kann sie aber dennoch nicht ganz teilen.
Aus parteipolitischer Sicht mag euer Handeln nachvollziehbar sein, die Grünen können nicht für etwas stimmen das laut dem Antrag richtig und notwendig ist und von ihnen nicht als solches angesehen wird
Aus dem Antrag d. SPD:

Gleichwohl muss festgestellt werden, dass die bisherige Legitimationsgrundlage
nicht ausreicht, um die zunehmende Zahl der Kritiker zu
überzeugen. Gerade weil das geplante Projekt richtig ist, muss sich die Politik
mit sachlicher und emotionaler Kritik auseinandersetzen. Die Kritik an dem
Projekt muss ernst genommen werden. Eine zukunftsfähige Verkehrsinfrastruktur
ist wichtig für unser Land. Deshalb sollen Stuttgart 21 und die Neubaustrecke
Wendlingen/Ulm verwirklicht werden – aber nicht gegen die Menschen,
sondern mit ihnen.
…..
Die verkehrstechnischen, städtebaulichen und ökologischen Argumente für
Stuttgart 21 und die Neubaustrecke Wendlingen/Ulm sind voll überzeugend.

Ich verstehe das, wirklich – ob es aber den einfachen Bürger genau so auch erreicht wage ich zu bezweifeln, die wenigsten werden sich den SPD-Antrag wohl durchlesen und in den Zeitungen und auch im Netz wird es nur heißen „Grüne gegen Volksentscheid“ und das wird an euch kleben bleiben …
Hättet ihr für den Antrag gestimmt wäre er ebenfalls abgelehnt worden da CDU/FDP über mehr Stimmen verfügen, mit dem genauen Text des Antrags hätten sich aber auch nicht mehr beschäftigt und das Volk würde nicht überall lesen müssen das ihr den Volksentscheid ablehnt..

Schwieriger Situation, für euch aber auch für den Wähler…

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Das erklärt einiges…

Hier schrieb ich kurz nach dem 30.09. über eine Talkrunde im SWR-Fernsehen an der ein Herr Hauck teilanhm den ich bis dahin nicht kannte und da ich zu spät einschaltete bekam ich auch nicht mit wer das eigentlich ist. (relativ weit unten in dem langen Beitrag)

Seit ich heute diesen Artikel gelesen habe weiß ich nun wer es ist … und stelle fest er redet offenbar immer solch wirres Zeug wie in dieser Talkrunde, denn auch dort konnte ich seinen „Argumenten“ irgendwann nicht mehr logisch folgen.
Damals dachte ich man hätte ihn schlecht vorbereitet, aber wer so wirre Dinge wir in Hirschberg sagt glaubt wahrscheinlich immer noch daran das Pflastersteine geworfen wurden.

Der Artikel ist wirklich lesenswert – ein paar Zitate, so als Appetizer (alle von H. Hauk – Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion – gesagt):

“Ob das jetzt zehn oder fünzehn Milliarden kostet, kann Baden-Württemberg wurscht sein.”

“Man kennt nur die Argumente der Gegner und das ist das Problem.”

“Wenn jemand sagt, woanders fehlten die Mittel, in den Schulen, bei der S-Bahn, dann ist das alles Kokolores. Es fehlt überhaupt nichts”

(Ganzer Artikel)

Man weiß gar nicht was man jetzt am Schlimmsten finden soll …

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